Kommt es zum Prozess?

Aktivistinnen von Pussy Riot wehren sich gegen Anzeige

21. September 2022, 10:24 Uhr
Wegen illegalen Sprayens hat die Gemeine Köniz drei Pussy-Riot-Aktivistinnen angezeigt. Jetzt wehren sich die Feministinnen. Zieht Köniz die Klage nicht zurück, kommt es zum Prozess.
Pussy-Riot-Aktivistinnen wehren sich gegen eine Anzeige.
© BärnToday / Lara Aebi

Die Berner Justiz hat drei Frauen des Pussy-Riot-Kollektivs per Strafbefehl zu einer Busse von  je 400 Franken verurteilt. Dies lassen sich die Aktivistinnen nicht gefallen, ihr Anwalt hat Einspruch erhoben. Reagiert die Gemeinde nicht mit einem Rückzug der Anklage, dann kommt es zu einem Prozess.

Brisant ist, dass die anstehende Wahl ums Könizer Gemeindepräsidium die Situation beeinflussen könnte, wie «Berner Zeitung» und «Der Bund» schreiben.

Nur ein Graffiti entfernt

Die schnelle Reinigung und die direkte Anzeige werfen Fragen auf. Die Polizei erwischte die Täterinnen in flagranti. In Köniz sei es dann das übliche Vorgehen, die Sprayerei direkt zu entfernen, sagt Verkehrsdirektor und Gemeindepräsidentschaft-Kandidat Christian Burren gegenüber der «Berner Zeitung». Dahinter stecke «absolut keine politische Haltung».

In einem anderen Communiqué hingegen war die Rede von einem Zufall. Die Reinigungsfirma war gerade in der Nähe. Jedenfalls ist nur ein kleiner Teil der sonst vollgesprayten Wand gereinigt, nur das nicht fertige Statement der Aktivistinnen wurde entfernt.

Der Anwalt der Aktivistinnen hat sich wegen der Anzeige in einen Brief an Burren und an Gemeindepräsidentin Tanja Bauer gewandt. Die Gemeinde Köniz solle ein Zeichen gegen den Krieg setzen «und nicht wie das russische Justizsystem die Mitglieder von Pussy Riot in Strafverfahren verwickeln und darauf pochen, eine Verurteilung zu erwirken.»

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 21. September 2022 10:24
aktualisiert: 21. September 2022 10:24
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