Diebstähle im Marzili

Auf frischer Tat ertappt: Voi schreckt mit Täter-Bildern ab

2. September 2022, 17:28 Uhr
Nachdem zwei Jugendliche mehrmals Waren im Voi Cube im Marzili-Quartier gestohlen haben, reagiert die Migros nun mit einem Plakat am Eingang. Überwachungskamera-Bilder zeigen die Täter zensiert.
Die Poster am Voi Cube im Marzili.
© BärnToday / Lara Aebi
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Die Voi Cubes sind ein Projekt der Genossenschaft Migros Aare: Wer die App herunterlädt, kann den kleinen Warenladen mittels QR-Code zu jeder Uhrzeit betreten. Die 18 Quadratmeter kleinen Läden funktionieren ohne Personal, bezahlt wird via Self-Checkout.

Während sich der grösste Teil der Kundschaft an die Regeln hält, wurden zwei Jugendliche bereits mehrmals von der Überwachungskamera gefilmt, wie sie Waren aus dem Voi Cube im Marzili entwenden. Nun hat Genossenschaft Migros Aare reagiert: Wie «20 Minuten» berichtete, hängt am Eingang ein Plakat, auf welchem die beiden Jugendlichen abgebildet sind. Auch beim Besuch von BärnToday hing das Plakat noch dort – die Gesichter überdeckt mit einem «Lang-Nasen-Emoji», dazu die Botschaft «Kauf = etwas gegen Bezahlung erwerben. Habt ihr da etwas falsch verstanden?»

Sensibilisierung der Kundschaft

Die Aktion soll zur Sensibilisierung der Nutzerinnen und Nutzer führen, sagt Andrea Bauer, Mediensprecherin der Genossenschaft Migros Aare, auf Anfrage von BärnToday. «Mit dieser Plakataktion geht es uns in erster Linie darum, auf die Tatsache aufmerksam zu machen, dass fehlbares Handeln Konsequenzen hat und nicht unentdeckt bleibt. Die Aktion hat also keinesfalls den Zweck eines privaten Fahndungsaufrufs.»

An der Sandrainstrasse im Marzili steht einer von drei Voi Cubes.
© BärnToday / Lara Aebi

Doch ist es überhaupt legal, Bilder auf diese Weise zu veröffentlichen? «Es lässt sich grundsätzlich sagen, dass die Veröffentlichung von Bildern aus einem eigenen Überwachungsvideo nicht per se verboten ist», gibt die Kantonspolizei Bern auf Anfrage von BärnToday bekannt. Die öffentliche Fahndung nach tatverdächtigen Personen sei jedoch, gestützt auf die Strafprozessordnung (STPO), den Strafverfolgungsbehörden vorbehalten.

Anders sehe es aus, wenn Privatpersonen auf veröffentlichten Bildern erkenntlich gezeigt würden, «da unter Umständen der Straftatbestand der üblen Nachrede oder eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte (Recht am Bild) gemäss Zivilgesetzbuch im Raum stehen kann.»

Die Migros Aare arbeite daran, die Sicherheitsmassnahmen der drei bestehenden Voi Cubes kontinuierlich zu verbessern, so Mediensprecherin Andrea Bauer.

(lae)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 2. September 2022 17:29
aktualisiert: 2. September 2022 17:29