Kinderwunsch

Berner Paar sammelt Spenden für künstliche Befruchtung

27. Januar 2023, 14:40 Uhr
Caroline und ihr Partner Timon wünschen sich ein zweites Baby. Weil sie aber auf natürlichem Weg nicht schwanger werden können, wollen sie einen Versuch mit künstlicher Befruchtung starten. Jetzt sammeln sie via «GoFundMe» dafür Geld.
Der Kinderwunsch der Berner Familie ist gross.
© GettyImages
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Die junge Berner Familie lebt aktuell noch zu dritt. Doch die Eltern wünschen sich für ihren Sohn ein Geschwisterchen. Doch so einfach ist es für die beiden nicht. Sie können nicht auf natürlichem Weg schwanger werden, sondern müssen sich medizinisch Hilfe holen.

«Wir haben es bereits fünf Mal mit Insemination versucht. Die Belastung bei den fehlgeschlagenen Versuchen ist sehr gross», schildert Caroline. Die finanziellen Mittel für die medizinische Behandlung seien aber nun aufgebraucht. «Eine künstliche Befruchtung ist der nächste Schritt, doch obschon wir beide berufstätig sind, fehlt uns das Geld dazu.»

Crowdfunding für teure Behandlung

Um trotzdem den Wunsch eines zweiten Kindes nicht aufgeben zu müssen, setzt das junge Paar nun auf die Plattform «GoFundMe», wo sie öffentlich für die Prozedur um Geld bitten. «Das Ziel sind 16'000 Franken, damit wir uns die Behandlung in der Schweiz leisten können.» Das Paar hofft so, über die Familie und den Freundeskreis hinaus finanzielle Unterstützung zu erhalten.

Bisher habe es vor allem positives Feedback gegeben: «Wir haben sehr positive Rückmeldungen erhalten. Klar, einige wollten auch wissen, was los ist. Doch unser Wunsch ist so gross, dass wir das in Kauf nehmen», so das Paar.

Grosse Belastung

Die aktuelle Situation sei für die junge Familie auch psychisch belastend: «Der Hauptgrund dafür ist, dass man das Gefühl hat, dass es drumherum bei allen klappt.» Im Umfeld der Familie gebe es viele Leute, die zeitgleich wie die Familie das erste Kind bekommen hätten und nun weitere Kinder erwarten würden. «Auch auf Social Media sieht man immer die perfekten Familien und wünscht sich das so sehr.»

Dabei seien soziale Netzwerke nicht nur schlecht: «Ich bin seit rund einem Jahr in diversen Facebookgruppen zum Thema und dort bekommt man viel Hilfe, Zuspruch und Motivation.» Viele Leute in diesen Gruppen kämen aus Deutschland: «Ich habe das Gefühl, in der Schweiz sind wir bei diesem Thema noch verschlossener. Viele haben Mühe zuzugeben, dass etwas nicht stimmt.»

Sollen Krankenkassen Kosten übernehmen?

In Deutschland würden die Kosten einer solchen Behandlung unter Umständen zu einem gewissen Teil von der Krankenversicherung übernommen. Dies sei auch in der Schweiz wünschenswert: «Im Internet liest man teilweise von Krankenkassen in Deutschland, die bis zu 75 Prozent der Kosten übernehmen: Das ist natürlich ein riesiger Betrag.» Wäre dies in der Schweiz auch so, hätte die Familie wahrscheinlich nach drei Inseminationen aufgehört und wäre direkt zur künstlichen Befruchtung übergangen, wie Caroline erklärt.

Sie selbst habe sich schon immer eine grosse Familie gewünscht, erklärt sie. «Mittlerweile habe ich meine Ansprüche heruntergeschraubt, der Wunsch ist nun vor allem nach einem Geschwisterchen für unseren Sohn.»

(fho/pfl)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 22. Januar 2023 17:59
aktualisiert: 27. Januar 2023 14:40