Ohne Ausschreibung

Die Stadt Bern vermietet Villa an taiwanesische Delegation

5. August 2022, 08:00 Uhr
Droht eine Eskalation zwischen China und Taiwan? Die Stadt Bern vermietet seit drei Jahren eine Liegenschaft an die «kulturelle und wirtschaftliche Delegation von Taipeh». Damit soll aber kein politisches Zeichen gesetzt werden.
Das Diessbachguet im Allmend-Murifeld Quartier.
© Google Maps

Nach dem Besuch der US-Politikerin Nancy Pelosi in Taiwan und der daraufhin gestarteten Militärübung Chinas ist Taiwan aktuell in aller Munde. Laut einem Bericht von «Berner Zeitung» und «Der Bund» vermietet die Berner Stadtregierung ein Grundstück mit einer denkmalgeschützten Villa an eine taiwanesische Delegation.

Gegenüber den Zeitungen äusserte sich Finanzdirektor Michael Aebersold, dass es sich bei der taiwanesischen Delegation um eine «private Organisation» handle und nicht um eine diplomatische Vertretung. Die Schweiz erkennt Taiwan – wie die meisten anderen Länder – nicht an. Lediglich 19 Länder, darunter etwa der Staat Vatikanstadt, El Salvador und Paraguay, pflegen diplomatische Beziehungen zu Taiwan.

Stadtpräsident Alec von Graffenried wolle mit der Vermietung, die ohne Ausschreibung an die «kulturelle und wirtschaftliche Delegation von Taipeh» vergeben wurde, aber kein politisches Zeichen setzen. Lob gibt es vom Berner SVP-Präsidenten Thomas Fuchs: Es sei ein «mutiger Schritt der Stadt», die Villa an Taiwan zu vermieten.

(dak)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 5. August 2022 08:12
aktualisiert: 5. August 2022 08:12
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