Kanton Bern warnt

Dreifache Ansteckungsgefahr: «Wir lassen die Viren nicht feiern»

22. Dezember 2022, 11:50 Uhr
Kurz vor den Festtagen zirkulieren die Grippe, das RS- und das Coronavirus durch die Bevölkerung. Was du über diese «Tripledemie» wissen musst und wie du dich und deine Liebsten vor einer Erkrankung schützen kannst, erfährst du in diesem Artikel.
Momentan haben wir es mit einer Tripledemie zu tun: Drei Viren zirkulieren gleichzeitig.
© KEYSTONE/DPA/MAURIZIO GAMBARINI
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Winterzeit ist Grippezeit. Aber nicht nur: Seit Herbst ist das Respiratorische-Synzytial-Virus (RSV) sehr aktiv. Dabei können auch insbesondere Säuglinge und Kleinkinder, gelegentlich jedoch auch ältere Leute und Menschen mit Immunschwäche einen schweren Krankheitsverlauf entwickeln. Und auch das Coronavirus ist noch immer präsent.

Der Kantonsärztliche Dienst der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) rief die Bevölkerung am Donnerstag mit einer Medienmitteilung auf, sich speziell während den kommenden Festtagen vorsichtig und rücksichtsvoll zu verhalten, da eine dreifache Ansteckungsgefahr – eine sogenannte Tripledemie – durch Viren bestehe. «Wir haben aktuell eine Belastung durch drei Viren, die gleichzeitig zirkulieren», erklärt Gundekar Giebel, Leiter Kommunikation der GSI auf Anfrage. «Eine unserer Mitarbeiterinnen sagte: ‹Die Viren möchten auch feiern.› Aber die lassen wir nicht feiern.» Die beste Möglichkeit dafür sei Vorbeugung: «Personen, die schon erkrankt sind, sollten ganz speziell aufpassen, dass sie andere nicht anstecken.»

Das solltest du beim RS-Virus beachten

Das RS-Virus ist die häufigste Ursache für eine akute Bronchitis (einer Entzündung der unteren Atemwege) bei Säuglingen und kleinen Kindern. Bei ein bis zwei Prozent der Fälle könne es zu einer Spitaleinweisung führen, teilt das GSI mit. Dies aufgrund von akuter Atemnot sowie ungenügender Flüssigkeits- oder Nahrungsaufnahme. «Verhältnismässig gibt es wenige Spitäler, die Kinder behandlen. Daher müssen wir beim RS-Virus besonders aufpassen», betont Giebel.

Eltern von unter drei Monate alten Säuglingen und von Kleinkindern mit schweren Grunderkrankungen rät das GSI, besonders vorsichtig zu sein und die Kinder vor einer Ansteckung zu schützen. «Insbesondere Säuglinge, die unter drei Monate alt sind, sollten von ihren Eltern nicht mit Personen in Kontakt gebracht werden, die schon kränkeln», rät Gundekar Giebel, Leiter Kommunikation der GSI.

Dies sind die wichtigsten Empfehlungen des GSI:

  • besuchende Personen auf enge Angehörige ohne Symptome einer Atemwegserkrankung beschränken
  • Hände waschen oder desinfizieren (vor und nach jedem Kontakt mit dem Säugling)
  • als Eltern eine Maske tragen bei Schnupfen, Husten oder Fieber
  • symptomatische Geschwister so gut wie möglich vom Säugling fernhalten
  • grössere Menschenansammlungen vermeiden (z.B. Familienfeste, Einkaufsläden, Restaurants)

Auch Grippe und Corona verbreiten sich

Die Grippewelle hat dieses Jahr bereits früh begonnen. Die Fallzahlen liegen deutlich höher als in den vergangenen vier Jahren. Der Kantonsärztliche Dienst empfiehlt, sich gegen die Grippe impfen lassen.

Die Fallzahlen der positiv auf Covid-19 getesteten Personen sind zurzeit stabil, das Virus ist aber weiterhin aktiv. Personen aus einer Risikogruppe oder mit Kontakt zu anderen Risikopersonen rät das GSI, sich zu boostern.

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 22. Dezember 2022 11:51
aktualisiert: 22. Dezember 2022 11:51