Nationalräte zu Mitholz-Kredit

«Für eine intakte Umwelt braucht es dieses Geld»

23. August 2022, 22:02 Uhr
Das VBS legt dem Parlament für die Räumung des Munitionslagers in Mitholz einen Kredit von 2,5 Milliarden Franken vor, eine Milliarde davon für Unvorhergesehenes. Erich von Siebenthal (SVP) und Jürg Grossen (GLP) befürworten den hohen Kreditantrag.
Die Ortschaft Mitholz mit dem Felsen, der 1947 teilweise weggesprengt wurde. (Archivbild)
© KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

Die beiden Nationalräte Jürg Grossen (GLP) und Erich von Siebenthal (SVP) sind sich wohl in vielen Sachen nicht einig. Wenn es um den Kredit für die Räumung des Munitionslagers Mitholz geht, sind die beiden Politiker aus dem Berner Oberland aber einer Meinung.

Das VBS gab am Montagabend bekannt, dass sich die Kosten für die Räumung des Munitionslagers auf 1,5 Milliarden Franken belaufen und zusätzlich eine Milliarde für Projektrisiken und Teuerung eingeplant wird. Insgesamt wird dem Parlament also ein Kredit von 2,5 Milliarden Franken vorgelegt.

«Der Betrag ist natürlich sehr hoch und das ist nicht gut», sagt Jürg Grossen, der in Frutigen, unweit von Mitholz, wohnhaft ist. «Das Geld ist aber nötig, wenn man dieses Problem sauber aufräumen will.»

Überraschungen vermeiden

Erich von Siebenthal bläst ins selbe Horn: «Wenn man dieses Problem lösen will, hat das seinen Preis. Die Bevölkerung von Mitholz hat Anspruch darauf, dass man diese Altlasten in Ordnung bringt.» Weiter meint er: «Man will nicht im Nachhinein plötzlich mit einem viel höheren Betrag kommen müssen und dass dann gesagt wird, man hätte nichts von derart hohen Kosten gesagt.»

Auch Jürg Grossen sagt: «Zu oft wurde in der Vergangenheit zu wenig hoch budgetiert, worauf dann meistens eine böse Überraschung folgte. Das schätzt die Bevölkerung gar nicht und das will man vermeiden. Es ist besser, wenn man ehrlich und transparent ist und mit einem genug hohen Kredit rechnet.»

Der nächsten Generation schuldig

Grossen sagt ausserdem: «Bei einem zu kleinen Betrag würde sich das Ganze noch verzögern.» Das findet auch von Siebenthal: «Wir sind es der Bevölkerung von Mitholz schuldig, dass es zügig vorangeht. Finanzielle Diskussionen würden nur Verzögerungen nach sich ziehen.»

Jürg Grossen kommt zum Fazit: «Zugunsten der nächsten Generation sollten wir bereit sein, richtig aufzuräumen. Mitholz soll in intakter Umwelt bewohnbar sein.»

(raw)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 23. August 2022 21:09
aktualisiert: 23. August 2022 22:02
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