Sperre aufgehoben

«Hoch erfreuter» Mathias Flückiger darf wieder Rennen fahren

19. Dezember 2022, 13:40 Uhr
Der Berner Mountainbiker darf ab sofort wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Seine provisorische Sperre wurde aufgehoben.
Das atypische Zeranol-Testresultat soll nicht als positive Dopingprobe gewertet werden.
© KEYSTONE/Maxime Schmid
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Die Disziplinarkammer von Swiss Olympic hat entschieden: Die provisorische Sperre gegen Mathias Flückiger wird aufgehoben. Das atypische Zeranol-Testresultat werde nicht als positive Dopingprobe gewertet, schreibt Christian Rocha, Kommunikationsbeauftragter von Crossroads GmbH und zuständig für die Medienkommunikation von Mathias Flückiger, in einer Medienmitteilung. Flückiger war provisorisch gesperrt worden, nachdem bei einer Urinprobe Rückstände der anabolen Substanz Zeranol gefunden worden waren. Nach rund 120 Tagen wird die Sperre nun aufgehoben.

Mit Optimismus in die Zukunft

Der 33-jährige Flückiger sei «hoch erfreut». «Ich habe nie gedopt. Der Entscheid der Disziplinarkammer ist für mich eine extrem grosse Erleichterung. Es waren die schlimmsten fünf Monate meines Lebens. Nach monatelangem, enorm belastendem Warten blicke ich nun wieder optimistisch in die Zukunft. Sportlich bin ich motivierter denn je und ich arbeite täglich an meinem Comeback», wird der Oberaargauer zitiert.

Nun plane Flückiger die Saison 2023. «Seit mehr als fünf Monaten habe ich keinen Wettkampf mehr bestritten. In dieser Zeit bin ich in der Weltrangliste von Position 3 auf 24 zurückgefallen und meine Startposition hat sich dadurch massiv verschlechtert.» Ausserdem fehle ihm nun die Wettkampfpraxis und er habe die gesamte zweite Saisonhälfte mit den Höhepunkten EM und WM verpasst.

Fall noch nicht abgeschlossen

Abgeschlossen ist der Fall aber noch nicht, der Entscheid der DK spricht den Gesamtweltcupsieger von 2021 nämlich nicht frei. Nun liegt der Ball wieder bei der SSI. Diese ist der Meinung, dass «aufgrund der umfangreichen Abklärungen ein abnormes Analyseresultat vorlag und die provisorische Sperre dadurch zwingend erforderlich war». Weiter teilte sie in einer Stellungnahme mit, dass man den Entscheid prüfen und basierend darauf die nächsten Schritte einleiten werde.

Die nationale Dopingagentur kann den Entscheid der DK zwar nicht juristisch anfechten, möglich wäre jedoch, dass die WADA und der internationale Radsportverband UCI beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne Rekurs einlegen, worauf die provisorische Sperre gegen Flückiger wieder in Kraft werden könnte.

Flückiger, der mehr als fünf Monate keinen Wettkampf mehr bestritten hat, wünscht sich, «dass mein Fall möglichst bald abgeschlossen werden kann. Die ständige Unsicherheit, das monatelange Warten, die unbegründeten Anschuldigungen müssen endlich ein Ende haben.» In der Annahme, dass er bald wieder Rennen bestreiten kann, geht Flückiger nun seine Saisonplanung 2023 an.

(pfl)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 19. Dezember 2022 11:35
aktualisiert: 19. Dezember 2022 13:40