Weil es an Futter fehlt

Berner Bauern könnten Trockenheit noch bis im Frühling spüren

Riccardo Schmidlin, 22. August 2022, 18:38 Uhr
Wegen der Trockenheit fehlt es an frischem Gras für die Kühe und Bauern müssen auf Heu zurückgreifen. Der Berner Bauernpräsident warnt vor finanziellen Einbussen und Auswirkungen bis ins nächste Jahr.
Kühe kriegen wegen der Hitze nicht genügend Gras zu fressen. Deshalb müssen Bauern auf Heu ausweichen. (Archivbild)
© KEYSTONE/ARNO BALZARINI

Wassermangel, trockene Wiesen und fehlende Futtermittel: Die diesjährige Trockenheit macht den Berner Bauern zu schaffen. Kommen sie deswegen nun in finanzielle Bedrängnis? Hans Jörg Rüegsegger, Präsident des Berner Bauernverbandes, sagt auf Anfrage von BärnToday: «Die grössten Schäden entstehen höchstwahrscheinlich beim Rindvieh.»

Bauernpräsident: «Auswirkungen wohl bis im Frühling spürbar»

Denn: Wegen der Trockenheit ist vielerorts nicht genügend Gras gewachsen. Weil zusätzlich Futterimporte aus den Nachbarländern eingeschränkt wurden, mussten Bauern bei der Fütterung vermehrt auf Heu zurückgreifen. «Dieses Heu fehlt dann aber im Winter», erklärt Rüegsegger und warnt: «Diese Auswirkungen könnten bis im Frühling zu spüren sein.»

Hans Jörg Rüegsegger sagt, dass die Auswirkungen der Trockenheit bis in den Frühling zu spüren sein könnten. 

© KEYSTONE/Anthony Anex

Für eine Gesamtbilanz sei es aber noch zu früh. «Entscheidend ist, wie viel Gras jetzt bis im Herbst noch wachsen kann.» Nichtsdestotrotz hätten manche Bauern bereits die Notbremse gezogen, um nicht weiter in finanzielle Bedrängnis zu geraten. «Einige Betriebe haben die Anzahl Tiere reduziert, um die Futtergrundlage für den Herbst bis in den Frühling zu sichern.» Bedeutet konkret: Es kommt vermehrt zu Schlachtungen.

Keine Versicherung für finanzielle Einbussen 

Für die finanziellen Einbussen müssen die Bauernfamilien grundsätzlich selbst aufkommen, so Rüegsegger. «Zwar ist eine Versicherung für trockene Jahre vorgesehen. Diese wurde in vielen Gebieten aber noch nicht abgeschlossen, da es bislang nicht drängte.»

Dass das Geld der Bauern wegen der Trockenheit zu verknappen droht, zeigt sich auch bei der Bernischen Stiftung für Agrarkredite. Diese spricht beispielsweise Kredite für Bauvorhaben aus. Laut der «Bauernzeitung» sind bereits erste Gesuche zur Stundung der Tilgungsraten eingegangen – und bewilligt worden. Rüegsegger begrüsst diese Möglichkeit zwar, sagt aber: «Diese Lösungen sind letztendlich individuell. Entlastet werden durch diese Stundungen nur wenige.»

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Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 23. August 2022 06:56
aktualisiert: 23. August 2022 06:56
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