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Burgdorf erhält einen mobilen Hochwasserschutz

Risikogebiet

Burgdorf erhält einen mobilen Hochwasserschutz

· Online seit 12.04.2023, 12:56 Uhr
Die Mobiliar hat der Stadt Burgdorf am Dienstag ein mobiles Hochwasserschutz-System überreicht. Damit sollen im Emmental, das besonders von Hochwasser gefährdet ist, künftige Schäden an Gebäuden verhindert werden.
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Im Sommer vor zwei Jahren führte heftiger und besonders lang anhaltender Regen zu rekordverdächtigem Hochwasser in der Region Bern. Mehrere Seen vermeldeten neue Höchststände. Ein besonders risikobehaftetes Gebiet liegt bei Burgdorf, Oberburg und Kirchberg. Bereits durchgeführte Schutzmassnahmen, besonders am Luterbach, konnten damals schlimmere Schäden verhindern. «Die Lage ist jetzt nicht dramatisch, aber wir sind uns bewusst, dass das Thema Hochwasser mit Blick auf die Klimaveränderung weiter beachtet werden muss», sagt Urs Lüthi, Leiter Einwohner- und Sicherheitsdirektion Stadt Burgdorf.

Gemäss einer Analyse des «Mobiliar Lab für Naturrisiken», einer Forschungsinitiative der Universität Bern und der Mobiliar, gilt Burgdorf weiter als Risikogebiet. Eine öffentlich einsehbare Karte des Mobiliars Labs zeigt: In Burgdorf sind etwa 45 Prozent der Gebäude durch Hochwasser gefährdet – im angrenzenden Kirchberg gar 56 Prozent.

Verhindern, dass man die Situation noch schlimmer macht

Auf Grundlage dieser Analyse hat die Stadt Burgdorf von der Mobiliar nun ein mobiles Hochwasserschutz-System erhalten. In einem Container sind 400 Meter lange Deichelemente enthalten, mit welchen das Wasser umgeleitet werden kann. Das ist aber auch nicht ohne Risiken, wie Urs Lüthi erklärt: «Im Moment prüfen wir mit dem Mobiliar Lab und der Universität Bern, wo man dieses System einsetzen kann, dass es auch Sinn macht. Das Wasser geht dann an anderen Orten durch, hätte das dann Folgen, die sogar schlimmer wären? Wir sind gerade daran, das zu eruieren.»

Bei der Übergabe am Dienstag wurde das Deichsystem von der Feuerwehr Burgdorf öffentlich demonstriert. Feuerwehrkommandant Rutschi lobte besonders die unkomplizierte Handhabung dieser Containerlösung. Laut Angaben des Herstellers kann ein solcher mobiler Deich bei drei mit Wasser gefüllten Schläuchen eine Höhe von über 2,5 Metern erreichen.

System soll auch anderen zur Verfügung stehen

Solche Anlagen seien bereits in Interlaken, Thun und Biel im Einsatz, wie Urs Lüthi weiss. Der Container wird in Burgdorf gelagert, kann mit einem Lastwagen aber einfach transportiert werden. So sei es auch möglich, diesen Container anderen Orten und Gemeinden zur Verfügung zu stellen, wenn Hochwassergefahr besteht.

«Wir sind als Stadt Burgdorf sehr dankbar, dass wir dieses System von der Mobiliar und Universität Bern erhalten», sagt der Direktionsleiter. Auch bei der Umsetzung habe man viel Unterstützung erhalten.

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(dak/pd)

veröffentlicht: 12. April 2023 12:56
aktualisiert: 12. April 2023 12:56
Quelle: BärnToday

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