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Das Bieler Schachfestival ist nicht nur was für Profis

2 Wochen Schach

Das Bieler Schachfestival ist nicht nur was für Profis

17.04.2023, 05:51 Uhr
· Online seit 17.04.2023, 05:50 Uhr
Vom 15. bis 30. Juli findet in Biel das 56. Internationale Schachfestival statt. OK-Präsident Peter Bohnenblust spricht im Interview über die Popularität des Sports und warum der Besuch von Schach-Grossmeistern wichtig für solche Anlässe ist.
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BärnToday: Wie beliebt ist der Schachsport aktuell bei den Leuten?

Peter Bohnenblust: Ich habe das Gefühl, dass Schach bei einigen Leuten wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt ist und es ein grösseres Interesse gibt.

Was könnten die Gründe dafür sein?

Einerseits hat sicher die Serie «The Queen's Gambit» mitgeholfen und auch das Onlineschach, das durch die Corona-Zeit an Aufschwung gewonnen hat. In den Clubs macht der Schweizer Schachbund Werbung dafür, Jung und Alt beim Schach wieder zusammenzubringen.

Für wen eignet sich das Schachfestival Biel? 

Während rund zwei Wochen finden zahlreiche Veranstaltungen und Turniere statt – darum heisst es auch Festival. Zuschauen können alle – auch Leute, die gar keine Berührungspunkte mit dem Schach haben. Der Eintritt ist gratis und man kann einfach kommen und die Atmosphäre spüren. Man muss nur das Handy ausschalten und dann kann man hereingehen und bei den Spielern durchlaufen.

Wer kann an den Turnieren teilnehmen?

Wer am Turnier Schach spielt, muss schon etwas davon verstehen. Man kann aber auch ohne ELO-Punkte teilnehmen. Man muss nicht Mitglied eines Clubs sein und es gibt es keine Lizenzen oder Ähnliches, die man haben muss. Jeder von der Strasse kann hereinkommen und sich anmelden. Bei den Tagesturnieren, zum Beispiel beim Schnellschach oder Blitz, können auch Anfänger schnuppern und Erfahrungen sammeln.

Was hat sich am Schachfestival Biel in diesem Jahr geändert?

Neu ist ein Wochenturnier, bei welchem an fünf Tagen sieben Runden gespielt werden. Wer keine ganze Woche opfern kann, kann so trotzdem mitmachen. Zudem wird zwischen dem Meister Open und dem allgemeinen Turnier ein Hauptturnier für mittelstarke Spieler eingeführt, damit diese gegen gleich starke Spieler spielen können.

Haben Sie Tipps für Leute, die zum ersten Mal teilnehmen?

Wichtig ist, dass man mit Kollegen oder in einem Klub gespielt und eine Schachuhr benutzt hat, damit man weiss, wie diese funktioniert. Und dass man online oder mit Programmen etwas geübt hat.

Inwiefern hilft es einem solchen Festival, wenn Schach-Grossmeister dabei sind?

Am Meister Open hat es sehr viele Grossmeister, die teilnehmen. Grosse Namen motivieren sicher auch andere Leute, an die Turniere zu kommen.  Es ist einmalig, dass im gleichen Saal alle Turniere aufs Mal stattfinden. So kann man im gleichen Raum spielen und zwischendurch einen Blick auf laufende Spiele werfen oder direkten Kontakt zu Grossmeistern haben.

Wie sieht es aktuell mit den Anmeldungen für die verschiedenen Turniere aus?

Bis jetzt ist die Anmeldequote noch nicht so hoch, aber das ist normal. Für das Meister Open gibt es Anmeldungen aus der ganzen Welt, zum Beispiel aus Indien. In den offenen Turnieren sind fast keine Grenzen nach oben gesetzt. Si könnten wir noch mehr Platz schaffen, auch für einen weiteren Saal.

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Ich freue mich, alte Bekannte zu treffen, die man längere Zeit nicht mehr gesehen hat, und zu sehen, wie Jugendliche und Kinder mit Elan bei diesem Sport dabei sind. Ich freue mich auch auf das Völkerverbindende, das man beim Schachfestival feststellen kann, wenn etwa beim Meister Open Jung und Alt, Mann und Frau und Schwarz und Weiss dabei sind.

Und wir hoffen, dass im Mai das Budget angenommen wird, sonst könnte es auf unserer Seite Probleme geben. Wir sind auf kleinere und grössere Spenden angewiesen, um unsere Finanzen im Lot halten zu können.

(dak/raw)

veröffentlicht: 17. April 2023 05:50
aktualisiert: 17. April 2023 05:51
Quelle: BärnToday

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