Kein Grund zur Panik

«Gab es bisher noch nie»: Medikamentenmangel in Berner Apotheken

23. November 2022, 06:00 Uhr
Aktuell fehlen in Berner Apotheken Grippemittel wie beispielsweise Neocitran. Das Problem der weltweiten Abhängigkeiten könnte dazu führen, dass Produktionen wieder vermehrt nach Europa verlegt werden.

Quelle: TeleBärn

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«Esist einmalig, dass es Anfang Saison so eine Lücke hat, das gab es bisher noch nie.» Kurz vor dem Winter und der Grippesaison fehlt es an Medikamenten, besonders an bekannten Grippemitteln wie Neocitran, sagt Mathieu Noyer, Inhaber der Apotheke Dr. Noyer.

Auch in anderen Apotheken wie etwa der Rathausapotheke bemerkt man diese Mangellage. «Wenn die gewünschte Marke nicht lieferfähig ist, können wir oft eine Alternative anbieten», so Stefan Fritz, Inhaber TopPharm Rathaus Apotheke Bern. «Aber wenn ein Medikament ausgeht und sich alle auf ein anderes Produkt stürzen, fehlt dieses auch über kurz oder lang.»

Mehraufwand für Apotheken

Doch nicht nur Grippemedikamente, auch rezeptpflichtige Präparat fehlen – und dort gibt es nicht immer eine Alternative. «Es macht mir auch Sorgen für unsere Apotheken», sagt Mark Kobel, Präsident Apothekerverband BE. Es sei ein Mehraufwand, wenn Apotheken mit den Kunden nach Ersatz für Medikamente suchen müssen. Dem Kanton sei die Situation bewusst, aber er hat noch keine Massnahmen ergriffen.

«Es ist ein weltweites Problem mit diesen Abhängigkeiten», so Mathieu Noyer. «Jetzt kommt die Retourkutsche. Man sieht auf welches Risiko man sich eingelassen hat.» Aus seiner Sicht sei der einzige Weg, die Produktionen wieder nach Europa zu holen.

Die Apotheken empfehlen aber, keine Hamsterkäufe zu machen. Bei Grippesymptomen gebe es in den meisten Apotheken noch alternative Medikamente.

(dak)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 23. November 2022 05:46
aktualisiert: 23. November 2022 06:00