«Fasnachtschüechli»

Grosser Aufwand, aber auch «grosse Freude»

Philippe Flück, 26. Januar 2023, 06:38 Uhr
«Fasnachtschüechli» gehören zur aktuellen Jahreszeit, wie etwa «Schoggi»-Hasen zu Ostern. Das Gebäck ist in Bern beliebt, wird aber wegen des grossen Aufwands nicht mehr von vielen Bäckereien produziert. Wir haben einige spannende Fakten gesammelt.
«Fasnachtschüechli» sind in der ganzen Schweiz verbreitet.
© KEYSTONE/Gaetan Bally
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Die Fasnacht-Saison im Kanton Bern hat begonnen: In Münsingen ist das Fest schon vorbei, als Nächstes wird in Thun (ab dem 26. Januar) und in Schönbühl (ab dem 27. Januar) gefeiert. Neben verschiedenen Verkleidungen und Konfetti, gehören auch «Fasnachtschüechli» unbedingt dazu. Auch Leute, die nichts mit dem Fasnachtstreiben selbst am Hut haben, können diesem typischen Gebäck nicht widerstehen.

Woher stammt das Gebäck?

Die «Fasnachtschüechli» werden – teilweise unter anderem Namen – in der ganzen Schweiz konsumiert. Der erste schriftliche Nachweis stammt aber aus dem Kloster Klingental in Basel aus dem Jahr 1445. Damals wurde das Gebäck vor allem im religiösen Milieu und in wohlhabenden Familien zubereitet.

Wer stellt heute noch «Fasnachtschüechli» her?

Immer weniger Bäckereien produzieren heute noch «Fasnachtschüechli». Der Aufwand sei schlicht zu gross. Gleiches gilt auch für Haushalte. Mittlerweile machen die Grossverteiler den allergrössten Teil des Marktes aus: Die stellen rund 90 Prozent aller «Fasnachtschüechlis» her.

Die Bäckerei Bohnenblust backt ihre «Fasnachtschüechli» noch selbst. «Wir machen es, weil es Tradition ist, es zur Fasnacht gehört und die Leute Freude haben», erklärt Geschäftsleiterin und Inhaberin Ruth Huber. Natürlich verdiene die Bäckerei auch daran, der Aufwand sei aber dennoch gross, vor allem weil das Verfahren noch von einzelnen Bäckerinnen und Bäcker durchgeführt werde. Bei Grossverteiler sei die Produktion hingegen industriell: «Deshalb sind unsere ‹Fasnachtschüechli› auch etwas dicker, als beispielsweise in der Migros.»

Der Mehraufwand sei vor allem möglich, weil in die Produktionszeit der «Fasnachtschüechli» keine anderen grossen Ereignisse fallen würden: «Wir beginnen nach dem Dreikönigstag mit der Produktion. Vor Weihnachten oder Ostern wäre das gar nicht möglich», so Huber. Trotz des grossen Aufwandes wird man sich auch den nächsten Jahren über «Fasnachtschüechli» der Bäckerei Bohnenblust freuen können: «Ich denke, dass wir diese so lange backen werden, wie es uns gibt.»

Wann gibt es das Gebäck in den Läden zu kaufen?

Bei den Grossverteiler beginnt die «Fasnachtschüechli»-Saison nach Weihnachten und dauert normalerweise bis zum 7. März, dann findet in Basel der «Morgenstraich» statt und somit endet die Fasnacht in der ganzen Schweiz.

Was sind die Zutaten eines «Fasnachtschüechlis»?

Es gibt verschiedene Rezepte mit unterschiedlichen Zutaten. Wichtig sind aber vor allem Mehl, Eier, Milch und etwas Butter. Natürlich darf der Puderzucker obendrauf nicht fehlen. Ausserdem wird das Gebäck frittiert, weshalb es Öl braucht.

Übrigens gibt es auch viele vegane Rezepte, bei denen tierische Milch mit veganer Milch ersetzt wird und die Eier weggelassen werden. So muss auch im «Veganuary» niemand auf «Fasnachtschüechli» verzichten.

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 25. Januar 2023 09:01
aktualisiert: 26. Januar 2023 06:38