Lottoverein 51

Im Worber Bärensaal darf weiter Lotto gespielt werden – vorerst

David Kocher, 21. Dezember 2022, 07:36 Uhr
«Es geht vorläufig weiter», verkündet der Lottoverein 51 auf seiner Website. Anfang November war die Angst noch gross, dass durch strengere Gesetze ab nächstem Jahr das beliebte Lottospielen nicht mehr möglich ist. Nun gibt es erste Hoffnungsschimmer – doch sicher ist noch nichts.
Die Zeichen stehen nicht schlecht, dass auch künftig Lotto im Bärensaal Worb gespielt werden kann.
© Roland Künzler
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«Ich weiss nicht, woran ich momentan bin», erklärt Roland Künzler, Präsident des Lottovereins 51 am Telefon. «Aber ich habe wieder ein besseres Gefühl.» Im November befürchtete man noch, dass das diesjährige Silvesterlotto im Bärensaal in Worb nach 13 Jahren der letzte Spielabend werden könnte. Medien berichteten darüber und Leserinnen und Leser kommentierten emotional wie mit «unglaublich traurig» oder «Verstahni irgendwie nid..». Doch nun gibt es Hoffnung: Der Lottoverein führt erneut Gespräche mit der Berner Sicherheitsdirektion, wie BERN-OST berichtet. Man sei bereit, eine Lösung zu finden, sagt Künzler auch gegenüber BärnToday.

Spielsucht? «Unsere Leute haben sich im Griff»

Damit es weitergehen kann, will der Lottoverein 51 eine Bewilligung als Kleinlotterie. Dazu müssen neu aber einige Auflagen erfüllt werden. «Zu 90 Prozent erfüllen wir diese Vorgaben jetzt schon», so Künzler. Ein Punkt, bei dem nachgebessert werden musste, war, dass jedes zehnte Los gewinnen muss. «Bei uns waren es nicht ganz zehn Prozent. Da haben wir nach einer Lösung gesucht, die wir jetzt meiner Meinung nach gefunden haben», sagt der Vereinspräsident.

Eine Auflage ist ebenfalls, dass Massnahmen gegen Spielsucht ergriffen werden. Beim Lottoverein 51 könne man sich sperren oder sich ein Limit setzen, führt Roland Künzler aus. Zudem bietet der Verein eine sogenannte Suchtkarte für 10 Franken an.

Dass die Lottobegeisterten im Bärensaal aber gefährdet sind, glaubt Künzler nicht: «Sie kaufen nicht für 1000 Franken ein, sondern durchschnittlich zwischen 4 und 12 Karten. So brauchen sie pro Abend vielleicht 40 bis 120 Franken.» Er habe auch noch nie gehört, dass jemand Geld leihen musste oder Ähnliches. «Ich habe das Gefühl, die Leute haben sich voll und ganz im Griff.»

Absage wäre eine «schwere Enttäuschung»

Am Dienstagmorgen habe man den Brief mit den Auflagen nun abgeschickt, jetzt warte man auf den Bescheid, sagt Künzler. Ein Urteil wird im nächsten Jahr erwartet: «Wir hoffen, dass wir Mitte Januar Bescheid kriegen, dass es weitergeht. Alles andere würde mich schwer enttäuschen.» Das Gespräch mit der Sicherheitsdirektion und der Suche nach einer einvernehmlichen Lösung habe ihn aber positiv gestimmt.

So hofft der Vereinspräsident, dass «Menschlichkeit gezeigt wird» und betont die Wichtigkeit des sozialen Aspekts beim Lotto. Beim Gedanken daran, dass es mit dem Lotto nicht mehr weitergehen könnte, hätten die Menschen teilweise Tränen in den Augen, berichtet Roland Künzler.

Bis Ende Januar wird definitiv gespielt

Unterstützung erhielt der Lottoverein auch aus der Politik, wie die «Berner Zeitung» und «Der Bund» vor einigen Wochen schrieben. So habe SVP-Grossrat Thomas Fuchs eine Motion eingereicht, um die Lottovereine zu unterstützen. Auch die ehemalige Nationalrätin und Thuner Gemeinderätin Ursula Haller macht sich fürs Lottospielen stark.

Egal wie das Resultat ausfallen mag, bis es so weit ist, wird in Worb noch fleissig gespielt. Da man eine Verlängerung bis Ende Januar erhalten hat, könne man das Lotto bis dann sicher noch weiterführen, erklärt Künzler. Die Lottoveranstaltungen vom 27., 28. und 31. Dezember sind alle bereits ausverkauft und mit der vorläufigen Bewilligung im Januar sind auch bereits 13 Lottoveranstaltungen mit diversen Vereinen geplant.

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 21. Dezember 2022 06:52
aktualisiert: 21. Dezember 2022 07:36