Neues Wohnheim

Kanton schafft Platz für minderjährige Asylsuchende im Emmental

22. November 2022, 19:59 Uhr
Immer mehr Menschen beantragen Asyl in der Schweiz. Ein wachsender Teil davon ist minderjährig. Diese Entwicklung betrifft auch den Kanton Bern. Um Plätze zu schaffen, wird im Dezember in Weier im Emmental ein Wohnheim für 30 Jugendliche eröffnet.
Ein minderjähriger Asylsuchender im Kanton Genf. (Archivbild)
© KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI
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Bis zu 30 unbegleitete minderjährige Asylsuchende sollen künftig in Weier im Emmental untergebracht werden. Das teilten der Kanton Bern und die Standortgemeinde Affoltern i. E. am Dienstag mit. Es handelt sich laut Kanton dabei nicht um eine Umverteilung, sondern um neu geschaffene Plätze.

Betreuung bis zur Volljährigkeit

Im neuen Wohnheim sollen Jugendliche zwischen 14 und knapp 18 Jahren leben. Betreut werden sie bis zu ihrer Volljährigkeit von der Stiftung Zugang B, dem regionalen Partner des Kantons Bern im Asylwesen.

Roland Ryser, der Gemeindepräsident von Affoltern, erklärt, dass es sich um eine Privatliegenschaft handle. Ihm sei es ein Anliegen gewesen, die Anwohnenden im Quartier über die Veränderung zu informieren. Erste Reaktionen aus der Bevölkerung erhielt der Gemeindepräsident noch nicht.

Es werden nicht ukrainische Flüchtlinge erwartet

Der Gemeinderat sei jedoch etwas angespannt. «Wir gehen davon aus, dass, wenn Bedenken aus der Bevölkerung kommen, diese vor allem wegen der Schule sein werden. Ob die Minderjährigen in Affoltern zur Schule gehen würden oder nicht.» Dies ist auch gemäss Rysers aktuellem Kenntnisstand nicht der Fall und er sehe dementsprechend auch kein Problem. Ein grosser Teil der Jugendlichen wird die schulische Tagesstruktur der Stiftung Zugang B in Huttwil besuchen.

«Es sind offenbar nicht ukrainische Flüchtlinge», so der Gemeindepräsident. Es könne auch Bedenken geben, dass die Flüchtlinge nicht begleitet sind. Aber inwiefern sich dies auf die Stimmung im Dorf auswirke, kann Ryser nicht einschätzen.

Die Anzahl der eingereichten Asylgesuche nehme stark zu, hält der Kanton weiter fest. Der Anteil an unbegleiteten Minderjährigen nehme dabei proportional besonders zu.

(ade/sda)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 22. November 2022 13:13
aktualisiert: 22. November 2022 19:59