«Keine andere Fluggesellschaft fliegt so viele Ziele an wie wir», sagt der ehemalige Berufspilot Thomas Beyeler gegenüber dem Magazin Aero Telegraph. Er ist Chef von MAF Schweiz, die im Auftrag verschiedenster Organisationen und Hilfswerke, egal ob kirchlich, staatlich oder multilateral, verschiedene Destinationen auf der ganzen Welt anfliegt. Auch Passagierflüge gehören natürlich dazu.
Osttimor, Nepal und Mexiko
Es sind aber nicht die grossen, bekannten Urlaubsorte, die die Fluggesellschaft anfliegt. Es geht viel mehr in abgelegene Regionen. Jene, denen kaum Zugang zur Aussenwelt gewährt wird. Zum Beispiel in die Berge Nepals, wo MAF Krankentransporte durchführt. Oder nach Lesotho im Süden Afrikas, um dortigen Kleinbauern den Verkauf ihrer Agrar- und Tierprodukte zu ermöglichen.
Weitere Ziele sind etwa Mexiko, Osttimor, Papua-Neuguinea, oder der Südsudan. Orte, «die durch geografische Barrieren wie Dschungel, Berge und Wüsten oder durch soziale, politische oder religiöse Barrieren» vom Rest der Welt abgeschnitten sind, wie es MAF selbst bezeichnet.
Man sei eigentlich nur ein Logistikunternehmen in einem Nischenmarkt, sagt Beyeler. Eine einfache Frachtairline, die in rund einem Dutzend Länder eine Flotte von insgesamt fast 130 Flugzeugen betreibt. Die meisten davon sind kleinere Maschinen, wie die Cessna.
Herausfordernde Umstände
Etwa 1300 Personen sind in dem Unternehmen beschäftigt. Dazu gehören neben den Pilotinnen und Piloten Mechanikerinnen, Verwaltungsangestellte und diverse andere Crewmitglieder. Diese leben häufig für einige Jahre in den Ländern, in denen die Fluggesellschaft tätig ist. Denn bei diesen Flügen sei es besonders wichtig, dass man die Gegebenheiten vor Ort kenne, betont Beyeler. Die Umstände vor Ort seien herausfordernd, weil die Pilotinnen und Piloten oft ganz alleine operieren müssten. Vom Check-In, über das Beladen des Flugzeugs bis zur Betankung und natürlich dem Flug selbst.
Günstig ist die ganze Sache dennoch nicht. Der Kampf ums Geld sei hart, sagt Beyeler: «Die Hälfte der Kosten decken wir über die Erträge aus unseren Flugdienstleistungen für andere Organisationen.» Der Rest werde durch Spenden gedeckt.
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