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So wird der Verkehr durch Homeoffice beeinflusst

Pandemie-Auswirkungen

So wird der Verkehr durch Homeoffice beeinflusst

26.01.2023, 05:51 Uhr
· Online seit 26.01.2023, 05:47 Uhr
Durch die Pandemie wurde Homeoffice für viele zum Alltag – und ist es bis heute. Der Strassenverkehr hat sich im Vergleich zum öffentlichen Verkehr schnell erholt. ÖV-Betreiberinnen wie die SBB und Bernmobil haben das Vor-Corona-Niveau noch nicht erreicht.
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Wer erinnert sich noch an die leeren Strassen und den kaum benutzten ÖV, als die Pandemie ausgebrochen ist? Schon bald ist es drei Jahre her, seit der Bundesrat am 16. März 2020 die «ausserordentliche Lage» ausrief und damit den ersten Lockdown verkündete.

Durch diesen Schritt veränderte sich auch die Schweizer Arbeitswelt. Wer konnte und durfte, arbeitete von zu Hause aus – oder tut das heute noch. Noch immer werde doppelt so viel im Homeoffice gearbeitet wie vor der Pandemie, teilt die Work Smart Initiative in einer Mitteilung mit. Die Initiative untersuchte zum vierten Mal den Stand des mobilen, flexiblen Arbeitens in der Schweiz. Gegründet 2015, unterstützt und begleitet sie Schweizer Unternehmen und Institutionen bei der Umsetzung flexibler und ortsunabhängiger Arbeitsformen. Doch wie wirkt sich das vermehrt praktizierte Homeoffice auf den Schweizer Verkehr aus?

Strassen erreichten Vor-Corona-Niveau schnell

Die Strassen würden schon länger wieder wie vor der Pandemie befahren, teilt das Bundesamt für Strassen (ASTRA) auf Anfrage mit. «Bereits seit ca. Mitte 2021 stellen wir eine Rückkehr zu den Verkehrsverhältnissen von 2019 respektive vor Corona fest», teilt das Bundesamt mit. «Generell lässt sich festhalten, dass der Strassenverkehr, insbesondere auf dem Nationalstrassennetz, weit weniger stark durch Corona beeinflusst wurde als beispielsweise der Schienenverkehr.»

Die SBB misst die Nachfrage in Personenkilometern pro Monat – nicht die Anzahl Personen pro Tag und Strecke. Die neuesten Zahlen zeigen: Das Vor-Covid-Niveau ist noch nicht erreicht. Die Nachfrage bei der SBB war im Dezember 2022 immer noch um 2,3 Prozent tiefer im Vergleich zum Dezember 2019.

Auch im Stadtberner ÖV ist das Vor-Corona-Niveau noch nicht ganz erreicht: «Seit der Aufhebung der Corona-Massnahmen Mitte Februar 2022 sind die Frequenzen auf knapp 90 Prozent der Werte vor der Corona-Pandemie angestiegen», sagt Rolf Meyer, Kommunikationsleiter von Bernmobil. «Im Durchschnitt der Jahre 2020 und 2021 verzeichneten wir noch rund 70 Prozent der Fahrgäste gegenüber der Zeit vor der Pandemie.»

Faustregel: 40 Prozent Homeoffice

Wie handhaben die Transport-Unternehmen die Homeoffice-Regelung intern? «Bei Bernmobil dürfen die Mitarbeitenden bis zu 40 Prozent im Homeoffice arbeiten, sofern die Arbeit nicht vor Ort geleistet werden muss», so Meyer.

Auch bei der SBB gilt die Faustregel, maximal 40 Prozent des Arbeitspensums von zuhause aus arbeiten zu können. Die Bundesbahnen ist eine der rund 300 Organisationen, die sich der Work Smart Initiative angeschlossen haben. «Die Mitarbeitenden können in Abstimmung mit ihren Teams und Führungskräften selbstständig entscheiden, an welchen Tagen sie von ‹Work smart› Gebrauch machen beziehungsweise im Büro arbeiten», betont SBB-Mediensprecherin Luana Quinter.

Freitags ist Homeoffice besonders beliebt

Übrigens: Freitags wird – der Work Smart-Untersuchung zufolge – am meisten im Homeoffice gearbeitet. Rund 29 Prozent der befragten Personen arbeiten am Tag vor dem Wochenende von zuhause aus. Auf Platz zwei und drei folgen der Montag (23 Prozent) und der Mittwoch (22 Prozent). Mit nur 17 Prozent arbeiten dienstags am wenigsten Personen im Homeoffice. Annähernd die Hälfte der Befragten (41 Prozent) habe jedoch unregelmässige Homeoffice-Tage.

Dass freitags weniger Menschen in Bern den öffentlichen Verkehr benützen, kann Bernmobil bestätigen. «Am Freitag sind vor allem zur Hauptverkehrszeit am Morgen effektiv gut 10 Prozent weniger Fahrgäste unterwegs als an den übrigen Werktagen. Die Abendspitze setzt am Freitag zudem früher ein, da die Leute wohl tendenziell früher Feierabend machen», gibt Kommunikations-Leiter Rolf Meyer bekannt. Gesamthaft gesehen seien am Freitag aber gleich viele oder sogar etwas mehr Fahrgäste unterwegs als an den anderen Tagen. «Die Verteilung über den Tag ist am Freitag auf jeden Fall anders als von Montag bis Donnerstag.»

veröffentlicht: 26. Januar 2023 05:47
aktualisiert: 26. Januar 2023 05:51
Quelle: BärnToday

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