Nach Feuerwerksverbot

Knall Fred bangt um seine Existenz

28. Juli 2022, 15:06 Uhr
Für den Berner Feuerwerksspezialisten Hanspeter Krieg ist das Feuerwerksverbot im Kanton Bern eine «existenzbedrohende Katastrophe». Er weiss nicht, ob sein Traditionsgeschäft Knall Fred am 2. August noch besteht oder nicht.
2019 fand das Feuerwerk auf dem Gurten zum letzten Mal statt, 2020 wurde es abgschafft.
© Keystone

Hanspeter Kriegs ganze Hoffnung lag auf dem 1.-August-Geschäft. Mit dem Feuerwerksverbot im Kanton Bern drohe nun die Katastrophe: «Für mich ist es existenzbedrohend», sagt Feuerwerksspezialist Krieg, der Inhaber des Feuerwerkvertriebs Knall Fred. 2019 hatte er das bekannte Pyrotechnikgeschäft von Willfred Burri übernommen.

Schon die Unsicherheit im Vorfeld habe das Geschäft kaputtgemacht, erzählt Hanspeter Krieg. Während der Coronapandemie sei sein Umsatz um drei Viertel zurückgegangen. «Zweieinhalb Jahre habe ich alles reingesteckt, was ich hatte. Ich habe Waren eingekauft und bezahlt, aber es kommt nichts rein. Ich kann nicht sagen, ob das Geschäft am 2. August noch besteht oder nicht», sagt der Feuerwerksverkäufer resigniert.

Nur Abwesenheitsmeldungen als Antwort

Enttäuscht sei er besonders von den Regierungstatthalterinnen und Regierungsstatthaltern. Nach deren Entscheid zum Verbot habe er alle zehn angeschrieben. Von sieben sei nur eine Ferienabwesenheitsmeldung zurückgekommen.

Die Feuerwerkskörper würden nun in einem Bunker gelagert und könnten an Silvester wieder rausgeholt werden, so Krieg. Doch das ist nicht so einfach: «Das Feuerwerk geht zwar nicht kaputt, aber es fehlt das Geld, um die laufenden Kosten zu decken.»

Eine Drohnenshow, wie etwa 2020, sieht er nicht als Konkurrenz zum Feuerwerk. «Ich finde sie sehr schön, aber es hat nichts mit Feuerwerk zu tun», so Krieg. Ausserdem seien die Drohnenshow viel teurer als ein gewöhnliches Feuerwerk.

Es gibt auch positive Reaktionen

Bei Lukas Bircher, Geschäftsführer Berner Tierschutz, habe das Feuerwerksverbot zwar keinen Jubel ausgelöst. Schliesslich möge er selber Feuerwerk – zumindest solches, das nicht knall – aber «für die Tiere ist das sicher ein guter Entscheid. Einige kriegen bei Feuerwerk richtig Panik.»

Einige Hundebesitzer würden zum 1. August jeweils vorsorgliche Massnahmen ergreifen, etwa den Hund in einen möglichst ruhigen Raum zu bringen oder gar mit Medikamenten zu beruhigen.

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 28. Juli 2022 15:07
aktualisiert: 28. Juli 2022 15:07
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