Bern

Kommt der Preis aufs WC? Das sagt Steff la Cheffe zu ihrem Bäredräck

Preisverleihung

Kommt der Preis aufs WC? Das sagt Steff la Cheffe zu ihrem Bäredräck

28.11.2022, 08:59 Uhr
· Online seit 28.11.2022, 07:20 Uhr
«Ds Meitschi vom Breitsch» ist um einen Preis reicher: Am Montagmorgen wurde Steff la Cheffe am Zibelemärit-Zmorge im Hotel Schweizerhof in Bern von der Organisation Bärentrust der Bäredräck-Preis verliehen.
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Rapperin und Beatboxerin Steff la Cheffe reitet weiter auf der Erfolgswelle: Am Montag wurde ihr am Zibelemärit-Zmorge im Hotel Schweizerhof der Bäredräck-Preis verliehen. Wem nicht auf Anhieb klar ist, was gemeint ist: Es geht nicht etwa um tierische Exkremente oder Lakritz, sondern um eine Auszeichnung, verliehen von der zwölfköpfigen Gruppe Bärentrust.

«Ds Meitschi vom Breitsch» ist die 37. Preisträgerin des Bäredräcks. Die Auszeichnung wird jeweils an eine originelle Persönlichkeit mit aussergewöhnlichen Leistungen aus dem kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Stadt Bern verliehen. Steff la Cheffe erfülle diese Bedingungen perfekt, schreibt der Bärentrust in einer Mitteilung.

Ihren Bäredräck durfte die Künstlerin am Montagmorgen von Stadtpräsident Alex von Graffenried entgegennehmen.

Wir haben die Bernerin nach der Verleihung gefragt, was sie mit dem Bäredrack machen wird: «Rein von der Symbolik passt der Preis am besten auf die Toilette. Aber ich habe keinen Spülkasten, wo ich ihn hinstellen könnte. Das muss ich mir also noch etwas überlegen.»

Alec von Graffenried blickte in seiner Laudatio auf die erfolgreiche Karriere der Berner Künstlerin zurück. Es sei nicht leicht, Steff la Cheffe zu beschreiben, so der Stapi. Denn: «Steff la Cheffe hat sich tatsächlich mehrmals neu erfunden.» An lobenden Adjektiven mangelt es von Graffenried allerdings trotzdem nicht: So beschreibt er die Musikerin in seiner Rede als einzigartig, kreativ, dynamisch, nachdenklich und rebellisch. Sie verleihe der Stadt Bern Lebendigkeit, Farbe und Humor.

«Das nehme ich gerne», sagte die Bernerin lachend kurz danach. «Sind doch schöne Attribute. So etwas macht das Leben doch lebenswert.» So eine Laudatio sei immer spannend um zu hören, was man die letzten Jahre gemacht hat, so Steff la Cheffe: «Manchmal vergisst man das selbst.»

Um den Zwibelemärit habe Steff la Cheffe aber am Montagmorgen einen Bogen gemacht: «Ich bin nicht sooo Zibelemäritgängig».

Von der Beatboxerin zur Rapperin

Die 35-jährige Steff la Cheffe, die mit bürgerlichem Namen Stefanie Peter heisst, erlebte im Verlauf Ihrer Karriere verschiedene künsterische Phasen. Bereits im Alter von 13 Jahren startete sie mit Beatboxing und dem Schreiben von Texten. Die Kombination von Text, Gesang und Beatboxing brachte ihr drei Jahre später die ersten Bühnenauftritte ein. Rasch wurde sie nicht nur in Bern, sondern in der ganzen Schweiz bekannt. Mit 22 Jahren begleitete sie den Harfen-Musiker Andreas Vollenweider als Beatboxerin auf seinen Konzerten. Ein Jahr später wurde sie Vizeweltmeisterin an den Beatbox-Weltmeisterschaften und veröffentlichte ihr erstes Album «Bittersüessi Pille», welches genau wie die folgenden Alben «Vögu zum Geburtstag» und «Härz Schritt Macherin» die Schweizer Albumcharts stürmte. Auch ihr viertes Studioalbum «PS» kletterte 2020 erfolgreich auf Platz 2 der Charts.

In ihrer Auszeit verkaufte sie Käse

Zwischen den Alben «Vögu zum Geburtstag» (2013) und «Härz Schritt Macherin» (2018) nahm sich Steff la Cheffe eine längere Auszeit von der Musik. «In der langen Pause hatte man sie unter anderem als Verkäuferin am Jumi-Käsestand jeweils samstags in der Münstergasse gesehen, wo sie einfach Steffi war, nicht la Cheffe», erzählt Alex von Graffenried während der Preisverleihung. Die Künstlerin sagte später, dass sie sich während dieser Zeit wieder selbst gefunden habe.

Ihr Werk brachte Steff la Cheff zahlreiche Preise ein – unter anderem gewann sie 2014 den Ida Somazzi-Reis für herausragende Leistungen in der Frauenförderung. Als oft einzige Frau in der Szene musste sich die Musikerin insbesondere zu Beginn ihrer Karriere gegen ihre männlichen Kollegen behaupten. Die Beziehung zwischen den Geschlechtern ist auch Thema im Album «Härz Schritt Macherin».

Des Weiteren ist die Bernerin zweifache Prix Walo-Preisträgerin und gewann auch zwei verschiedene Kategorien der Swiss Music Awards. Mitte November durfte die 35-Jährige im Zentrum Paul Klee zudem den Berner Musikpreis entgegennehmen.

veröffentlicht: 28. November 2022 07:20
aktualisiert: 28. November 2022 08:59
Quelle: BärnToday

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