Umnutzung

Manufaktur, Co-Working und Gastronomie in Thuner Halle 6

20. September 2022, 17:11 Uhr
Nach jahrelangem Hickhack mit dem Vornutzer hat die Stadt Thun für die Halle 6 auf dem Selveareal eine neue Nutzung gefunden. Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region wollen eine Kombination von verschiedenen Angeboten verwirklichen.
Alt und Neu im Thuner Selve-Areal: Für die Halle 6 (rechts) wurde eine neue Nutzung gefunden. (Archivbild)
© KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

Neue Mieterin wird die Selvewerke AG. Dahinter stehen mit Romy Gyger, Sabine Portenier, Isabel Wirth, Heinz Brügger und Erwin Gyger Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region, wie die Stadtbehörden am Dienstag mitteilten. Portenier ist eine national und international beachtete Modedesignerin mit eigenem Label.

Das Unternehmen bringe «frischen Schwung» in das einzigartige Gebäude, sagte Gemeinderat Konrad Hädener, Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften und Mitglied der Jury, laut Mitteilung.

Pulsierender Ort

«Wir wünschen uns einen pulsierenden Ort nahe der Innenstadt. Einen generationenumspannenden Treffpunkt für die Region Thun mit nationaler Ausstrahlung, der die Entwicklung von Innovationen und den Austausch zwischen Kultur, Handwerk, Bildung, Wirtschaft und der breiten Bevölkerung fördert», wünschen sich die Verantwortlichen der Selvewerke AG.

Die aktuelle Zwischennutzung der Halle geht bis voraussichtlich Mitte 2023 weiter. Bevor die Selvewerke AG ihren Betrieb aufnimmt, wird die Stadt Umbau- und Unterhaltsarbeiten am Gebäude vornehmen. Insbesondere soll die Gebäudehülle energetisch ertüchtigt werden. Für diese Arbeiten rechnet die Stadt Thun mit Kosten von rund 2,4 Millionen Franken.

Auch eine Manufaktur wurde an der Medienkonferenz vorgestellt.
© Stadt Thun

Ehemalige Industriehalle

Die heute denkmalgeschützte Halle 6 gehört zum ehemaligen Komplex der Metallwerke Selve. Sie ist die letzte von einst rund 20 Industriehallen auf dem Gelände. Heute dient das Selveareal mehrheitlich Wohnnutzungen. 2008 erhielt Designer Ueli Biesenkamp den Zuschlag für die Nutzung der Halle. Im Innern gab es ein Restaurant, Platz für Veranstaltungen und Raum für Design.

Biesenkamp und die Stadt gerieten sich jedoch in die Haare. 2019 entbrannte ein Rechtsstreit um eine nicht bewilligte Heizung und um die Anzahl erlaubter Co-Workingplätze in der Halle. Schliesslich wurde eine Einigung erzielt.

Doch bald darauf stand die Konzepthalle vor einer neuen Herausforderung: der Coronakrise. Schliesslich mussten dann verschiedene Firmen des Biesenkamp-Konglomerats Überschuldung anmelden. Die Stadt schrieb die Halle für eine Neunutzung aus. Eine sechsköpfige Jury bewertete die Eingaben und entschied sich für jene der Selvewerke AG.

Den Aufbau der operativen Führung der Selvewerke AG werden Sabine Portenier, Isabel Wirth und Romy Gyger übernehmen. Sabine Portenier führt ihr eigenes Modelabel und das Unternehmen Suburban Collective. Sie leitet überdies das Nähwerk IDM, eine textile Fachschule und Produktion mit 80 Lernenden und Mitarbeitenden.

Isabel Wirth ist Absolventin der Ecole hôtelière in Lausanne und war unter anderem als General Manager bei der Congress Kursaal Interlaken AG tätig. Romy Gyger verfügt über eine kaufmännische Ausbildung und war Geschäftsführerin der Contec AG in Uetendorf.

(ape/sda)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 20. September 2022 16:14
aktualisiert: 20. September 2022 17:11
Anzeige