Frauenfussball-EM

Millionen für Kandidatur budgetiert: Bern und Thun müssten Kunstrasen ersetzen

22. September 2022, 21:54 Uhr
Sechs Millionen in Bern, drei Millionen in Thun: Die beiden Städte wollen für die Kandidatur der Frauenfussball-EM ordentlich Geld in die Finger nehmen. Damit soll auch der Frauenfussball in Schwung gebracht werden.

Quelle: TeleBärn

Der Schweizerische Fussballverband (SFV) will die Frauenfussball-Europameisterschaft 2025 in die Schweiz bringen. Als Austragsstädte bewerben sich – neben sieben weiteren Städten – Bern und Thun. So wollen es zumindest die beiden zuständigen Stadtregierungen.

«Leuchturm für den Frauenfussball»

«Wir haben den Eindruck, dass die Euro 2025 ein absoluter Grossanlass mit internationaler Ausstrahlung und ein Leuchtturm für den Frauenfussball wird», sagt der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause auf Anfrage.

Reto Nause (Die Mitte)

© KEYSTONE/Anthony Anex

Nause verweist auf die Erfahrungen, welche die Stadt Bern 2008 mit der Austragung der Männerfussball-EM machte. Damals färbten holländische Fans die Stadt orange. Diese Bilder gingen um die Welt. «Das war beste Werbung für die Stadt Bern, die bis heute nachwirkt.»

Ins gleiche Horn bläst die Thuner Sportdirektorin Katharina Ali-Oesch, deren Stadt mit dem Frauenteam FC Rot-Schwarz in der Nationalliga B derzeit die Tabelle anführt. «Die Europameisterschaft wäre ein bedeutender Grossanlass für unsere Stadt und würde zur Förderung des Mädchen- und Frauenfussballs beitragen», sagt sie. Die Stadt könnte sich damit «im besten Licht präsentieren».

Katharina Ali-Oesch (SP)

© zvg

Kunstrasen muss durch Naturrasen ersetzt werden 

Sowohl das Wankdorf-Stadion als auch die Stockhorn-Arena wären genug gross, um die Spiele austragen zu können. «Man müsste nicht, wie zum Beispiel in Katar, Stadien aus dem Boden stampfen», so der Berner Sicherheitsdirektor Nause.

Jedoch bedarf es in den Stadien Anpassungen: Die Kunstrasen beider Stadien müssten durch einen Naturrasen ersetzt werden.

Der Berner Gemeinderat beantragt beim Stadtrat einen Kredit von 6,1 Millionen Franken, um die Kandidatur einreichen zu können. Der Thuner Gemeinderat fordert einen Kredit von 3,6 Millionen Franken. Neben den beiden Gemeinden sollen sich jedoch auch der Kanton und der Bund an den Kosten beteiligen.

Im Januar 2023 will die Uefa voraussichtlich über die Vergabe entscheiden. Nause glaubt, die Schweiz habe als stabiles Land mit kurzen Wegen gute Karten. «Wir rechnen derzeit mit einer Chance von 50 Prozent, dass wir den Zuschlag erhalten», sagt er.

(ris)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 22. September 2022 12:00
aktualisiert: 22. September 2022 21:54
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