Job neben Studium

So helfen Quereinsteiger gegen den Lehrpersonenmangel

11. August 2022, 12:15 Uhr
Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger helfen, den Lehrpersonenmangel zu entschärfen. Ohne sie, wäre der Schulbetrieb nicht mehr möglich, verrät ein Schulleiter.

Quelle: TeleBärn

Am Montag beginnt im Kanton Bern das Schuljahr. Dass Bildungsdirektorin Christine Häsler mit einem «einigermassen guten Gefühl» dem Schulstart entgegenschauen kann, verdankt sie unter anderem vielen Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern.Dabei handelt es sich um Personen, die noch während dem Studium an der PH, oder sogar ohne das Studium begonnen zu haben, bereits eine Stelle als Lehrperson antreten.

Lisa Siegenthaler ist Lehrerin an der Primarschule in Lauperswil und eine Quereinsteigerin. Sie hat ursprünglich eine Ausbildung als Köchin gemacht: «Ich habe auch dort bei der Betreuung der Lehrlinge und der Schnupperlehrlinge mitgeholfen, weil ich schon immer einen guten Umgang mit jüngeren Menschen hatte. Dabei bekam ich die Rückmeldung, dass ich sehr gut erklären könne», sagt Siegenthaler. Deshalb habe sie sich überlegt, wie ihr Berufsweg weitergehen könne und kam so auf den Lehrerinnenberuf. Noch während dem Studium an der PH Bern entschloss sie sich, eine Stelle als Lehrerin anzunehmen.

Schwierige Koordination

Dass in wenigen Tagen das Schuljahr beginnt, mache sie, trotz noch nicht abgeschlossener Ausbildung, nicht allzu nervös: «Ich denke, dass ich gut vorbereitet bin.» Schwierig sei vor allem, dass Studium und Beruf aneinander vorbeikommen müssen: «Ich möchte mein Studium im nächsten Sommer abschliessen, deshalb musste ich meinen Stundenplan so organisieren, dass ich neben dem Unterrichten bestimmte Module an der PH besuchen kann.» Gleichzeitig müsse sie aber auch auf andere Lehrpersonen Rücksicht nehmen.

Für Siegenthaler ist klar, dass sie mit ihrer Arbeit helfen möchte, den Lehrpersonenmangel zu entschärfen. «Ich denke nicht, dass die Bildung der Kinder darunter leidet, wenn Lehrpersonen unterrichten, die das Studium noch nicht abgeschlossen haben.» Schwieriger sei es bei Leuten, die nicht an der PH studieren. «Ich glaube aber, es ist schon gut, wenn überhaupt jemand da ist und den Kindern etwas beibringt.»

Daniel Gehbauer ist Schulleiter der Schule Lauperswil. Für ihn ist es extrem wichtig, dass Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, wie Lisa Siegenthaler, schon während der Ausbildung eine Stelle antreten: «Ohne sie könnten wir den Schulbetrieb nicht aufrechterhalten.»

Es gibt aber auch Nachteile bei Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger: «Lehrpersonen, die noch in der Ausbildung sind, bringen natürlich weniger Flexibilität mit, weil sie noch Veranstaltungen an der PH besuchen müssen.» Bei der Einarbeitung sei der Aufwand ausserdem höher: «Ihnen fehlt logischerweise die Erfahrung.» Langfristig ist klar: «Die Rahmenbedingungen des Berufes müssen sich verbessern.»

(pfl)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 10. August 2022 19:43
aktualisiert: 11. August 2022 12:15
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