Finanzieller Engpass droht

Bern will Zustüpfe für das Haus der Religionen kürzen

8. August 2022, 07:18 Uhr
Steht das Haus der Religionen in Bern vor dem Aus? Die vorgesehenen Subventionskürzungen seitens der Stadt treffen das interreligiöse Zentrum hart.

Das Haus der Religionen am Europaplatz wenige Minuten vom Berner Stadtzentrum entfernt will den Dialog zwischen den Religionen fördern. Acht Gemeinschaften befinden sich seit 2014 unter einem Dach – das ist weltweit einmalig.

Nun muss sich die Institution aber auf schwierige Zeiten einstellen: Die Stadt will dem Haus der Religionen nämlich die Gelder kürzen, wie die «Berner Zeitung» und «Der Bund» berichten.

Auf städtische Subventionen angewiesen 

Hinter dem interreligiösen Zentrum steht ein Verein, der sich unter anderem durch Kleinspenden und Beiträge der Landeskirchen finanziert. Am meisten steuert die Stadt Bern mit 300'000 Franken jährlich bei. Nun soll der städtische Beitrag ab 2014 um 50'000 Franken reduziert werden.

Damit drohen finanzielle Schwierigkeiten. «Mit den vorhergesehenen Kürzungen der Stadt Bern wäre die Finanzierung nicht mehr sichergestellt», wird Vereinspräsidentin Regula Mader im Bericht zitiert.

Kaum Kulturförderung  

Grund für die Kürzungen: Das Haus der Religionen habe mit der städtischen Kulturförderung «wenig Berührungspunkte». Mader kann zwar nachvollziehen, dass die Stadt das Zentrum nicht als klassischer Kulturbetrieb versteht, kein Verständnis hat sie hingegen für die Subventionskürzungen.

Das Haus sei eine Institution mit internationalem Renommee, das Delegationen aus der ganzen Welt anlockt. Ausgezeichnet mit dem Schweizer Mediationspreis sei die Integrations-, Jugend- und Bildungsarbeit zentral. «Wir hoffen, dass die Stadt ihren Entscheid nochmals überdenkt», so Mader zu den Zeitungen.

(ris)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 8. August 2022 08:23
aktualisiert: 8. August 2022 08:23
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