Fusion Ostermundigen-Bern

Das sind die Vor- und Nachteile für Bern

Lara Aebi, 23. Oktober 2022, 20:44 Uhr
Die Fusion von Ostermundigen und Bern geht in die Vernehmlassung. Nun kann sich die Bevölkerung dazu äussern. In unserem zweiten Teil erklären wir dir, welche Vor- und Nachteile die Fusion für Bern bringen würde.
Kommt die Fusion zustande, würde Ostermundigen zu einem Stadtteil von Bern. Die Hauptstadt könnte so zur viertgrössten Stadt der Schweiz werden.
© Keystone
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Der durch die Gemeinderäte erarbeitete Vorschlag zur Fusion Ostermundigen-Bern steht. Als nächste grosse Etappe steht ab Mitte Oktober bis Mitte Dezember die Vernehmlassung bevor, welche die Möglichkeit bietet, sich zum erarbeiteten Fusions-Vorschlag zu äussern.

Nach Abschluss der Vernehmlassung erarbeiten und verabschieden die beiden Gemeinderäte bis im Sommer 2023 das definitive Fusionspaket. Darüber stimmt die Stimmbevölkerung beider Gemeinden voraussichtlich Ende 2023 ab.

Legt die Mehrheit der stimmberechtigten Personen ein «Ja» in die Urne, würde Ostermundigen ab dem 1. Januar 2025 zu einem neuen Stadtteil von Bern. Welche Bedeutung hätte die Fusion für die Hauptstadt? Was sind die Vor- und Nachteile? BärnToday hat bei der Kooperation Ostermundigen-Bern nachgefragt.

Vorteile

1. Voneinander profitieren

Schliessen sich die beiden Gemeinden zusammen, profitiert die Verwaltung vom Austausch von Fachwissen und Erfahrungen – die Stadt kann beispielsweise von Ostermundigens Erfahrungen mit kurzen, raschen Entscheidungswegen lernen.

2. Bern wird zur viertgrössten Stadt

Mit der Fusion würde Bern neu 162'000 Einwohnerinnen und Einwohner zählen – somit würde die Hauptstadt Lausanne überholen und wäre neu die viergrösste Stadt der Schweiz. Dies würde der Stadt innerhalb des Kantons zu mehr politischem Gewicht und Einfluss verhelfen. Die vergrösserte Gemeinde dürfte zudem durch ihre Attraktivität innerhalb des Kantons eine neue wirtschaftliche Dynamik auslösen.

3. Gebietsentwicklungen vereinfachen sich

Das durch den Zusammenschluss vergrösserte Gebiet vereinfacht langfristig die Gebiets- und Arealentwicklung – beispielsweise bei der Fortplanung des Entwicklungsschwerpunkts Wankdorf.

Nachteile

Obwohl die Vorteile eines Zusammenschlusses die Überhand haben, gibt es auch einige Aspekte, welche – je nach Blinkwinkel – als Nachteil empfunden werden können.

1. Fusionieren ist nicht gratis

Im Falle einer Fusion müssen die Leistungsniveaus der beiden Gemeinden angeglichen werden. Dies würde zu einer wiederkehrenden finanziellen Mehrbelastung von rund 3.1 Millionen Franken pro Jahr führen. Für Ostermundigen würde der Steuerfuss gesenkt werden, was mit Steuermindererträgen der Stadt Bern verbunden wäre. Diese sind jedoch mit deren Budget zu vergleichen, welches heute rund 1.3 Milliarden beträgt.

Je nach Gestaltung der Personalvorsorgelösung kostet die Fusion einmalig zwischen 4.2 und 13.1 Millionen Franken.

2. In Teilbereichen nach wie vor autonom

Gemäss Fusionsvertrag würde Ostermundigen in manchen Bereichen (beispielsweise Parkplatzbewirtschaftung, Ortsplanung, Energie und Klima) vorderhand autonom agieren. Dies könnte aus Sicht städtischer Prioritäten als Nachteil empfunden werden.

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 31. Oktober 2022 09:06
aktualisiert: 31. Oktober 2022 09:06