Nostalgie in Bildern

Komm mit auf einen historischen Rundgang durch die Stadt Bern

Riccardo Schmidlin, 27. Dezember 2022, 09:08 Uhr
Wir beginnen unseren Stadtrundgang beim Bahnhof Bern. Wo heute der Baldachin für die Trams und Busse thront, stand einst lediglich ein kleines Häuschen. Der Hauptbahnhof war damals nur ein Katzensprung – gleich neben der Heiliggeistkirche – entfernt. Sie ist denn auch das einzige Gebäude, das sich in den letzten hundert Jahren nicht verändert hat.
Aufnahme um 1925: Nur die Heiliggeistkirche sieht noch gleich aus.
© Bernhard Eggimann/berndamals.ch
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Weiter führt es uns in die Spitalgasse, wo der Pfeiferbrunnen steht. Dieser wurde im Jahr im 16. Jahrhundert vom Schweizer Bildhauer Hans Gieger geschaffen. Er stellt einen Dudelsackspieler dar – ein Verweis auf die fahrenden Spielleute, die damals just in der Nähe gastierten. Mehrmals musste der Brunnen in seiner Geschichte renoviert und neu bemalt werden. Dennoch hat sich sein Aussehen bis heute kaum verändert.

Aufnahme um 1920: Der Pfeiferbrunnen ist seit Hunderten von Jahren praktisch unverändert geblieben. 

© Bernhard Eggimann/berndamals.ch

Die Brunnen in der Berner Altstadt sind noch heute Magnet sowohl für Touristinnen und Touristen als auch für Einheimische. Dienen sie heute vor allem als Fotosujet oder als Wasserquelle, um seine Trinkflasche aufzufüllen, waren sie in früheren Zeiten die Lebensgrundlage der Stadt. Auf einer Aufnahme in der Kramgasse ist der Kreuzgassbrunnen um 1890 zu sehen. Sie zeigt, wie Bernerinnen und Berner sich das Wasser für den eigenen Haushalt besorgen. Wasserleitungen bis in die Häuser waren damals noch Zukunftsmusik.

Aufnahme um 1890: Der Kreuzgassbrunnen in der Kramgasse führt noch immer frisches Wasser.

© Bernhard Eggimann/berndamals.ch

Nach der Kramgasse führt es uns über die Gerechtigkeitsgasse weiter zur Nydeggbrücke. Allerdings nicht zu Fuss oder mit dem Bus, sondern mit dem Tram. Dieses fuhr nämlich noch bis in die 1940er-Jahre vom Bahnhof bis zum Bärengraben, wo sich einst auch das Tramdepot befand. Die Linie fiel schliesslich dem Trolleybus zum Opfer, der heute über das Obstberg-Quartier bis zum 2005 eröffneten Zentrum Paul Klee fährt.

Aufnahme um 1907: Früher fuhr das Tram noch über die Nydeggbrücke bis zum Bärengraben.
© Bernhard Eggimann/berndamals.ch

Unsere letzte Station auf dem Stadtrundgang ist der Bärengraben am Ende der Altstadt. Der Graben wurde im Jahr 1857 eröffnet. Seither können die Bernerinnen und Berner dort die Namensgeber der ehrwürdigen Stadt bestaunen. Tierschützerinnen und Tierschützer kritisierten die Anlage jedoch immer wieder heftig. Der Bärengraben wurde schliesslich in den Bärenpark umgebaut. Der im Oktober 2009 eröffnete Park soll den Tieren durch mehr Platz und mehr Rückzugsmöglichkeiten am Aarehang eine artgerechtere Haltung bieten. Heutzutage sind dort mit Björk, Finn und Ursina drei Braunbären zu Hause. Momentan lohnt sich ein Besuch allerdings eher weniger: Die drei befinden sich nämlich in ihrem wohlverdienten Winterschlaf.

Aufnahme um 1905: Bären ziehen im Bärengraben die Aufmerksamkeit auf sich.

© Bernhard Eggimann/berndamals.ch

Was hat dich bei den historischen Fotos am meisten überrascht? Schildere uns deine Eindrücke unten in den Kommentaren. 

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 27. Dezember 2022 07:00
aktualisiert: 27. Dezember 2022 09:08