20er-Linie

Volle Busse – wegen gestrichener Entlastungslinie

Philippe Flück, 18. November 2022, 05:47 Uhr
Die Linie 20 von Bernmobil ist zu Spitzenzeiten oft überfüllt. Grund dafür ist unter anderem eine eingestellte Entlastungslinie. Zu Hilfe kommen könnte eines Tages eine neue Tramlinie.
Während der Pandemie war die LInie 20 nicht ausgelastet.
© KEYSTONE/Anthony Anex
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Wenn du regelmässig in der Stadt Bern mit dem 20er-Bus Richtung Wankdorf unterwegs bist, ist dir vielleicht aufgefallen, dass der Bus, vor allem ab der Haltestelle Bahnhof, zu Spitzenzeiten überfüllt ist. So auch die Beobachtung eines Leserreporters von BärnToday.

Es sei tatsächlich so, dass gegen 8.00 Uhr morgens, wenn viele Schülerinnen und Schüler im Bus seien, die 20er-Linie an ihre Kapazitätsgrenzen stosse, erklärt Rolf Meyer, Sprecher von Bernmobil. Dass wieder viele Leute den ÖV benutzen, sei grundsätzlich ein Grund zur Freude. Dennoch sei klar, dass die überfüllten Busse Entlastung bräuchten. Pläne über konkrete Massnahmen seien aber aktuell noch nicht spruchreif.

Vor der Pandemie verkehrte zwischen dem Hauptbahnhof und der Haltestelle Wyleregg zu Spitzenzeiten zusätzlich zur Linie 20 auch noch die Linie 18 und diente der Entlastung der 20er-Busse. Die Entlastungslinie gibt es allerdings nicht mehr.

Linie 18 wurde eingestellt

Meyer bestätigt dies: «Die Linie 18 wurde mit Corona eingestellt. Damals wurde teilweise auch der Schulbetrieb eingestellt, weshalb die Linie nicht mehr rentabel war.» Weil die Passagierzahlen aktuell noch nicht so hoch seien wie vor der Pandemie, sei die Linie bisher noch nicht wieder in Betrieb genommen worden.

Für Verwirrung sorgen könnte die Tatsache, dass die Linie 18 im Netzplan von Bernmobil noch eingetragen ist. Auf der Internetseite des Unternehmens gibt es aber den entsprechenden Fahrplan nicht mehr. Dies sei aber nicht etwa der Tatsache geschuldet, dass Bernmobil die Linie 18 «heimlich» hätte streichen wollen: «Der Netzplan wird periodisch aktualisiert, im Normalfall jeweils beim Fahrplanwechsel, deshalb passiert dies das nächste Mal am 11. Dezember. Bis dahin findet man die Linie 18 noch im Netzplan», erklärt Meyer.

Tram ab 2035?

Dass auf der 20er-Linie die grossen Doppelgelenkbusse verkehren, war von Bernmobil ursprünglich als Übergangslösung gedacht worden. Dies, weil ab 2035 ein Tram in die Länggasse fahren soll. Dieser langfristige Plan stehe immer noch, in Stein gemeisselt sei jedoch nichts: «Man wird zu gegebener Zeit überprüfen, ob die Fahrgastzahlen effektiv ein Tram erfordern oder man doch nicht mit dem Doppelgelenkbus weiterfahren kann, wie bisher», so Meyer.

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 18. November 2022 05:47
aktualisiert: 18. November 2022 05:47