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Stadt Bern

Von Graffenried: «Es ist ein gutes Signal für den Wohnungsbau generell»

Ja zum Viererfeld

Von Graffenried: «Es ist ein gutes Signal für den Wohnungsbau generell»

12.03.2023, 19:21 Uhr
· Online seit 12.03.2023, 14:33 Uhr
Bei der Abstimmung zum Viererfeld haben die Befürworterinnen und Befürworter der Überbauung gewonnen. Mit über 64 Prozent Zustimmung, ist das Resultat deutlich.
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Die Stadtberner Stimmberechtigten haben sich erneut für den Bau eines neuen Quartiers auf dem Viererfeld ausgesprochen. Sie genehmigten Verpflichtungskredite für die Infrastruktur von insgesamt 124,6 Millionen Franken.

Mit dem Geld sollen Strassen, ein öffentlicher Park und andere Infrastrukturanlagen erstellt werden. Das Land soll vollständig erschlossen und in baureifem Zustand abgegeben werden.

Dringend gebrauchter Wohnraum

Meret Schindler, Co-Präsidentin der SP Stadt Bern freut sich über das Resultat der Abstimmung: «Ich bin sehr froh, dass die Stadtbevölkerung «Ja» gesagt hat, nun kann man endlich bauen, weil wir dringend Wohnraum und auch den Stadtpark brauchen.»

Bereits im Juni kommt es zur nächsten Abstimmung zum Viererfeld: «Nun steht das Baubewilligungsverfahren an, aber der wichtigste Schritt ist getan.»

Bei Gemeinderat Michael Aebersold klingt es ähnlich: «Ich freue mich sehr, dass das neue Stadtquartier Viererfeld/Mittelfeld mit der Zustimmung zu den Verpflichtungskrediten jetzt realisiert und damit dringend notwendiger Wohnraum geschaffen werden kann."

Gegnerinnen und Gegner rechnen mit Folgekosten

In einer Medienmitteilung schreiben die Gegnerinnen und Gegner von «nicht einhaltbaren Versprechungen für günstige Wohnungen», so das Komitee «Nein zur Viererfeld-Vorlage». Ausserdem sei mit Folgekosten zu rechnen, da die 125 Millionen Franken, laut dem Komitee, nicht ausreichen werden.

Die Gegnerinnen und Gegner geben sich allerdings noch nicht definitiv geschlagen: «Das gegnerische Abstimmungskomitee wird die weiteren Entwicklungen auf dem Vierer- und Mittelfeld beobachten und wo immer möglich weiterhin korrigierend eingreifen.»

Thomas Glauser ist SVP-Stadtrat und Gegner des Kredits: «Es ist überraschend, dass in einer rot-grünen Stadt dieser Überbauungskredit angenommen wird.» Der SVP werde immer vorgeworfen, sie sei zu wenig ökologisch, doch sie haben die «grüne Lunge» Berns erhalten wollen.

Deutliches Resultat

Die Zustimmung fiel mit 64,1 Prozent Ja-Stimmen deutlich aus. 19'891 Stimmende hiessen die Vorlage gut, 11'148 lehnten sie ab. Die Stimmbeteiligung betrug 37,6 Prozent, wie die Stadt am Sonntag mitteilte.

Bekämpft wurde die Vorlage von der SVP und der Grün-alternativen Partei. Sie warnten davor, das Viererfeld als grüne Lunge der Stadt «für immer zu zerstören».

Die Befürworter hielten entgegen, in Bern bestehe ein Mangel an Wohnraum. Das Viererfeld und das benachbarte Mittelfeld seien zentrumsnah, gut erschlossen und böten beste Voraussetzungen für ein Quartier mit Wohnraum für 3000 Menschen.

Nächste Abstimmung im Juni

Bereits im Juni steht die nächste Viererfeld-Abstimmung an. Das Stimmvolk wird dannzumal über die Vergabe von zwei Baurechten entscheiden.

Die Pläne für eine Überbauung von Viererfeld und Mittelfeld beschäftigt die Politik seit Jahrzehnten. 2016 hiess das Volk die Zonenpläne gut und gab damit grünes Licht für die weitere Planung. Der Widerstand gegen das neue Quartier verschwand aber nie

(sda/pfl)

veröffentlicht: 12. März 2023 14:33
aktualisiert: 12. März 2023 19:21
Quelle: BärnToday

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