Steigender Strompreis

Strom wird in Bern 20 Prozent teurer

Philippe Flück, 23. August 2022, 14:10 Uhr
Die Strompreise in der Stadt Bern werden um 20 Prozent steigen. Gemeinderat Reto Nause spricht von einem «markanten Anstieg», der aber noch unter dem schweizerischen Durchschnitt liegt.
Der Strom wird in Bern teurer.
© KEYSTONE/Alessandro della Valle

Der Stadtberner Energieversorger Energie Wasser Bern wird seine Strompreise im kommenden Jahr um 20 Prozent erhöhen. Für einen repräsentativen Haushalt in einer Vierzimmerwohnung erhöhen sich die jährlichen Stromkosten somit um rund 107 Franken.

Die Berner Stadtregierung hat die für 2023 beantragten Stromtarife genehmigt, wie sie in einer gemeinsamen Mitteilung mit dem Energieversorger Energie Wasser Bern (ewb) am Dienstag mitteilte.

ewb begründet den Preisanstieg mit den Strommarktpreisen, die innert weniger Monate auf ein sehr hohes Niveau angestiegen sind. Dafür verantwortlich seien hauptsächlich die deutlich höheren Gas- und CO2-Preise sowie diverse Kraftwerksausfälle und -abschaltungen im europäischen Stromproduktionsmarkt.

Markanter Preisanstieg

Reto Nause, Verantwortlicher für Sicherheit, Umwelt und Energie der Stadt Bern, räumt auf Anfrage von BärnToday ein, dass der Preisanstieg für die Haushalte spürbar sein wird: «Es ist ein markanter Anstieg, dieser ist aber noch unter dem schweizerischen Durchschnitt, wo die Preise um bis zu 30 Prozent steigen werden.» Die Gründe für den Preisanstieg sind die erhöhten Beschaffungskosten, die unter anderem auch mit dem Krieg in der Ukraine zu tun hätten. «In Bern haben wir das Glück, dass wir sehr viel vom Strom, den wir an unsere Kundinnen und Kunden verkaufen, selbst produzieren können.» Energieunternehmen, die den Strom vom Ausland beschaffen, seien aktuell in einer schwierigeren Situation.

Profitieren könne hingegen, wer selbst Strom produziere und diesen in das Netz einspeise: «Die Rückliefertarife für überschüssige Energie, die beispielsweise vom Hausdach ins ewb-Netz gespiesen wird, werden wir massiv erhöhen.» Dies sei auch ein zusätzlicher Anreiz, etwa für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer, um in Solaranlagen zu investieren.

Tipps vom Bund

Um einen Teil der erhöhten Preise wieder wettzumachen, rät Nause der Bevölkerung, möglichst auf Energieeffizienz zu achten. Tipps dazu werden bald von der Regierung kommen: «Der Bund wird in Kürze mit einer Energiesparkampagne Vorschläge machen für alle Städte und Haushalte.» Dabei würden konkrete Dinge angesprochen werden, wie die Beleuchtung, die Heizung oder die Nutzung eines Tumblers.

(sda/pfl)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 23. August 2022 14:29
aktualisiert: 23. August 2022 14:29
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