«Mehr Lebensqualität»

Untere Altstadt von Bern soll von Autos befreit werden

18. August 2022, 22:42 Uhr
Die Untere Altstadt in Bern soll von parkierenden Autos befreit werden und den Güterumschlag des Gewerbes vereinfachen. Dieses neue Verkehrsregime publiziert der Gemeinderat Anfang September.
In der Unteren Altstadt in Bern sollen Autos künftig nicht mehr parkieren dürfen.
© KEYSTONE/Martin Ruetschi

Die Autos sollen aus der Unteren Altstadt verbannt werden. So will es der Stadtberner Gemeinderat. Mit dem neuen Verkehrsregime, das im September publiziert wird, dürfen keine Autos mehr in der Unteren Altstadt parkiert werden – auch keine von Anwohnerinnen und Anwohnern. Sie sollen ihre Fahrzeuge künftig im Rathausparking abstellen.

Karl Vogel, Leiter Verkehrsplanung Stadt Bern sagt auf Anfrage, dass durch das neue Regime die Lebensqualität in der Unteren Altstadt gesteigert werden soll.

«Wenn all die Autos nicht mehr in der Unteren Altstadt parkiert werden, steht mehr Fläche zur Verfügung – etwa für Anlieferungen oder Warenumschläge.» Auch mehr Veloparkplätze oder Aussenbestuhlung für die Gastronomie würden dadurch ermöglicht.

Das Gewerbe ist auch laut Gemeinderätin Marieke Kruit ein Grund für die Umstellung. Ausserdem sei die Situation in der Unteren Altstadt aktuell sehr unübersichtlich: «Die Regeln zum Parkieren in der Altstadt waren bisher sehr kompliziert, dies soll sich nun ändern.»

Kritik von Anwohnenden 

Kritisiert wurde unter anderem der Preis eines Parkplatzes im Rathausparking. Dieser kostet mit 150 Franken im Monat fast doppelt so viel, wie die 80 Franken im Monat teure Parkkarte. Es gibt aber, laut Kruit, auch Vorteile: «Im Parkhaus ist das Auto besser geschützt.» Dass es Kritik aus der Bevölkerung gebe, sei verständlich: «Bei Veränderungen gibt es immer Kritik und dass bei Personen, die bisher vor der Haustüre parkieren konnten, Fragen auftauchen, kann ich nachvollziehen.»

Vogel lässt den Preis der Parkplätze als Kritikargument nicht gelten: «Wem das Parking zu teuer ist, kann sein Auto in einer Zone ausserhalb der Unteren Altstadt stellen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, sich privat zu organisieren.» Ausserdem verweist Vogel auf eine dreijährige Übergangsfrist für Personen mit Kindern oder Betreibende von Geschäften, denen der Weg ins Rathausparking zu mühsam ist.

Stadt informiert im September

Der Stadtrat hat das neue Parkregime in der Unteren Altstadt gutgeheissen und die nötigen Kredite gesprochen. Am 7. September erfolgt nun die Publikation der Massnahmen. Am 5. September führt die Stadt einen Informationsanlass zum neuen Verkehrsregime durch.

Die Umsetzung des neuen Verkehrsregimes ist vorbehältlich von Verzögerungen durch Beschwerden auf Anfang April 2023 geplant.

(ris/sda)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 19. August 2022 07:00
aktualisiert: 19. August 2022 07:00
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