Bern

Wer bei Glatteis und Schnee zu viel Angst hat, soll aufs Autofahren verzichten

Tipps der Fahrlehrerin

Wer bei Glatteis und Schnee zu viel Angst hat, soll aufs Autofahren verzichten

· Online seit 29.01.2023, 08:10 Uhr
Autofahren lernen ist an sich schon für viele eine aufregende Sache. Macht man das Ganze aber im Winter auf Glatteis und Schnee, kann es zu einer richtigen Herausforderung werden. Wir waren mit einer Fahrlehrerin und ihrem Schüler unterwegs – und erhielten auch gleich noch ein paar Tipps, wie man sicher durch den Winter kommt.

Quelle: TeleBärn

Anzeige

Im Winter Autofahren ist auch bei routinierten Fahrerinnen und Fahrer nichts Leichtes. Auch der Touring Club Schweiz (TCS) kennt die Problematik und gibt sechs Tipps, wie man auch in Eiseskälte sicher von A nach B kommt.

Tipp 1: Vorbereitung ist die halbe Miete

Das Auto muss für den Winter vorbereitete sein. Der TCS empfiehlt daher, die Reifen mit 4mm Profil anbringen zu lassen. «Die O-bis-O-Regel, sprich von Oktober bis Ostern mit Winterreifen fahren, hat sich diesbezüglich bewährt», schreibt der Touring Club auf seiner Website. Es folgt auch gleich der Hinweis: «Schneeketten auf Sommerreifen ersetzen einen Winterreifen nicht.» Von dieser Kombination rät der TCS ab.

Welches Material in Wintermonaten im Auto nicht fehlen darf: Eiskratzer, Schneebesen und Handschuhe. Vor dem Fahren sollte das Fahrzeug komplett von Schnee und Eis befreit werden. Auch Dach und Lichter seien dabei zentral, schreibt der TCS. «Auch die Scheibenwischanlage muss stets mit ausreichend wintertauglichem Wischwasser gefüllt sein.»

Tipp 2: Geschwindigkeit anpassen, Abstand vergrössern und ab und zu eine Bremsprobe machen

Um auf den Strassen sicher zu sein, appelliert der TCS an den gesunden Menschenverstand. Auch ein hochwertiger Winterreifen benötige auf einer verschneiten Fahrbahn einen wesentlich längeren Bremsweg als auf trockener Strasse. Daher braucht es auch mehr Abstand zwischen den Autos. «Zwei Sekunden im Sommer und drei bis vier auf verschneiten Strassen erhöhen die Sicherheit enorm.»

Bei schwankenden Temperaturen um den Gefrierpunkt sei es angebracht, auch mal auf freier Strecke, und ohne jemanden dabei in Gefahr zu bringen, eine kurze Bremsprobe zu machen.

Tipp 3: Sanftes Beschleunigen und Fahren ohne ruckartige Bewegungen

Statt heftiger Lenkbewegungen und zu hoher Geschwindigkeit in Kurven empfiehlt der TCS sanftes Beschleunigen und ruhiges Fahren. Sollte dein Auto doch einmal ins Schleudern geraten: «Tritt sofort und kräftig auf die Bremse und schaue dorthin, wo du hinfahren möchtest.» Bremsen sei grundsätzlich nie verkehrt, denn nur so kann Tempo und somit Energie abgebaut werden, schreibt der TCS.

Tipp 4: Mehr Zeit einberechnen

Sich auf der Strasse mehr Zeit zu geben, fördere die Sicherheit. Die Route sollte geplant sein, wobei gilt, dass Autobahnen und Hauptverkehrsachsen früher und besser geräumt sind als Nebenstrassen.

Vor der Abfahrt empfiehlt der TCS, die Verkehrssituation der Route zu überprüfen und allfällige Alternativrouten zu prüfen.

Tipp 5: Bei Schnee Ketten montieren, bei Eis nicht mehr fahren

Es ist wichtig, auf die Reifen passende Schnee Ketten im Fahrzeug mitzuführen. Montiert werden sollten die Ketten abseits der Strasse an einem sicheren Ort. «Eine Decke, Handschuhe und eine Taschenlampe erleichtern die Montage ungemein», schreibt der TCS.

Bei Eisüberzogener Fahrbahn empfiehlt der TCS das Fahrzeug stehen zu lassen und den Strassendienst abzuwarten.

Tipp 6: Im Zweifelsfall lieber anhalten

Für das Fahren bei Eis, Schnee und winterlicher Nässe gibt es laut TCS kein Patentrezept. «Vorausschauend und umsichtig fahren ist das A und O. Die Devise lautet: grösseren Abstand zum vorherfahrenden Fahrzeug halten, ruhig fahren und gefühlvoll lenken.» Im Zweifel das Auto auch mal stehen lassen.

Wer dann logischerweise auf den öffentlichen Verkehr ausweichen will, muss aber auch dort Verspätungen und Ausfällen rechnen – Busse und Züge sind auch der Witterung ausgesetzt.

(fho)

veröffentlicht: 29. Januar 2023 08:10
aktualisiert: 29. Januar 2023 08:10
Quelle: BärnToday

Anzeige
Anzeige
baerntoday@chmedia.ch