«Stört Beobachtungen»

Darum sind Musks Starlink-Satelliten für Berner Forscher problematisch

21. August 2022, 19:58 Uhr
Mehrere Personen haben in der Nacht auf Sonntag eine Lichterkette am Schweizer Nachthimmel entdeckt. Dabei handelt es sich um Elon Musks Starlink-Satelliten, die weltweiten Internetzugang ermöglichen sollen. Doch es gibt auch Kritik am Megaprojekt.

Quelle: TeleBärn

Hast auch du letzte Nacht eine sich bewegende Lichterkette am Himmel entdeckt? Bevor du dir deinen Aluhut überstülpst hier die Entwarnung: Es handelt sich dabei nicht um Ausserirdische, sondern um eine Satellitenkette. Genauer: Um Teile des Satellitennetzwerks von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX. Aktuell befinden sich rund 3000 dieser Starlink-Satellien im Erdorbit, geplant ist ein Netzwerk von rund 12'000.

Satelliten wandern als Gruppe und so findest du sie

Über diese Karte lassen sich die Positionen der Starlink-Satelliten live verfolgen. Auf der Online-Plattform Reddit teilten zahlreiche User ihre Beobachtungen aus der Schweiz:

Doch warum waren die Satelliten so nah zusammen zu sehen? Kurz nach dem Start «wandern» die Satelliten als Gruppe über den Himmel und verteilen sich erst später. Besonders in der Abend- oder Morgendämmerung, wenn das Sonnenlicht von den Satelliten reflektiert wird, sind die Satelliten am Nachthimmel gut erkennbar.

In den kommenden Tagen dürfte das Phänomen ebenfalls beobachtbar sein. Auf der Website findstarlink.com kannst du einfach deinen Ort eingeben und schon zeigt es dir an, wann du wohin schauen musst.

Starlink-Satelliten bei Graben BE
© Leserbild TeleBärn/Svenja Rhyn

Lichtverschmutzung wird kritisiert

Das Ziel des Netzwerks ist ein satellitengestützter Internetzugang für die Welt. Besonders Regionen, welche aktuell digital noch nicht gut erschlossen sind, sollen davon profitieren.

Doch es gibt auch Kritik am Megaprojekt: Ein Hauptargument ist, dass die unzähligen Satelliten für eine enorme Lichtverschmutzung am Nachthimmel sorgen. Letztes Jahr warnte ein kanadisches Forschungsteam vor «verheerenden Folgen» für die Forschungsastronomie, wie das deutsche Portal «heise online» damals berichtete.

(dak)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 21. August 2022 09:40
aktualisiert: 21. August 2022 19:58
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