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In Schwyz kommt der Fortbestand des Erziehungsrats aufs Tapet

Bildung

In Schwyz kommt der Fortbestand des Erziehungsrats aufs Tapet

· Online seit 11.07.2024, 13:22 Uhr
Die Schwyzer Kantonsregierung will eine Auslegeordnung über Verbesserungen im Bildungsbereich erarbeiten. Die in einer Motion geforderte Abschaffung des Erziehungsrats will sie in diese Auslegeordnung miteinbeziehen.
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Das derzeitige System mit einem Erziehungsrat mit exekutiver Funktion sei der Hauptfaktor dafür, dass Anpassungen im kantonalen Bildungswesen schwerfällig und unter grosser Unzufriedenheit der betroffenen Akteure erfolgten, schrieb Kantonsparlamentarier Sepp Marty (FDP) in einer Motion. Als Beispiel führte er die Rekrutierung und Bindung von Lehrkräften auf.

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Marty stellte in seiner Motion die grundsätzliche Sinnhaftigkeit des Gremiums in Frage und beantragte dem Regierungsrat, eine Vorlage für einen Systemwechsel zu erarbeiten. Eine naheliegende Lösung sei es, die Kompetenzen des Erziehungsrats der Regierung beziehungsweise dem Bildungsdepartement zu übertragen.

In ihrer Antwort vom Donnerstag beantragte die Regierung, die Motion in ein Postulat umzuwandeln und dieses als erheblich zu erklären. Denn eine Motion, welche vom Kantonsparlament im Februar erheblich erklärt wurde, habe die Thematik bereits aufgegriffen. Diese forderte eine ergebnisoffene Auslegeordnung zur Verbesserung der Prozesse im Bildungsbereich.

Lehrkräfte müssen im Erziehungsrat vertreten sein

Zum selben Thema forderte Michael Spirig (GLP) in einem Postulat einen Bericht über die künftige Ausgestaltung des Erziehungsrats. Unter anderem soll die Regierung prüfen, wie das Fachgremium künftig optimaler besetzt werden könnte. Beispielsweise indem Lehrpersonen, Schulleitungen oder auch Schulräte darin Einsitz nehmen.

Spirig kritisierte in seinem Postulat, dass die Hälfte des aktuellen Erziehungsrats keinen direkten Bezug zur Volksschule habe. Der Rat sei eine Körperschaft mit exekutivem Charakter. Dass Mitglieder der kantonalen Legislative darin Einsitz nähmen, sei eine äusserst «fragwürdige Praxis».

Die Regierung beantragt, das Postulat als erheblich zu erklären und auch dieses in die Auslegeordnung miteinzubeziehen.

Der Lehrermangel ist im Kanton Schwyz bereits seit längerem ein Thema. Eine vom Kanton eingesetzte Projektgruppe hatte 2022 einen Analyse- und Massnahmenbericht erstellt, welcher später vom Erziehungsrat als ungenügend eingestuft wurde. Dieser startete daraufhin Zusatzabklärungen in Form einer Online-Umfrage. Die damit verursachte zeitliche Verzögerung sorgte bei den Lehrkräften sowie im Parlament für Unzufriedenheit.

veröffentlicht: 11. Juli 2024 13:22
aktualisiert: 11. Juli 2024 13:22
Quelle: sda

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