Notfallpläne

Weniger Brotsorten, keine Weihnachtsbeleuchtung: Migros bereitet sich auf Energiekrise vor

3. September 2022, 09:53 Uhr
Der Grossverteiler Migros hat einen Krisenstab eingesetzt, um sich auf den drohenden Gas- und Strommangel im kommenden Winter einzustellen. Bereits entschieden hat die Migros, auf die Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten. Ähnlich geht Coop vor.
Der Migros-Konzernchef Fabrice Zumbrunnen stellt sich zusammen mit der Belegschaft des Detailhandelsriesen auf einen drohenden Strom- und Gasmangel ein.
© Migros Luzern
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«Wir sind systemrelevant», sagte Zumbrunnen in einem Interview mit der Tageszeitung «Blick». Auch wenn der Strom ausfalle, müssten ausreichend Lebensmittel zur Verfügung stehen. Fliesse weniger Strom und Gas, müssten die Produktionszeiten verkürzt werden.

Die Migros müsse dann entscheiden, welche Produkte weniger oder gar nicht mehr hergestellt werden. Als Beispiel erwähnte Zumbrunnen die Grossbäckerei Jowa. Statt zahlreicher Brotsorten, würde der Grossverteiler dann vielleicht nur noch fünf Sorten produzieren.

Weil die Maschinen dadurch weniger gereinigt und aufeinander abgestimmt werden müssten, könne die Migros mengenmässig genug Brot anbieten, wie wenn es keine Einschränkungen gäbe. Stark eingeschränkt werden könnte beispielsweise das Pâtisserie-Sortiment, weil dieses Angebot nicht lebensnotwendig sei.

Keinen Fisch mehr im Angebot

Stromausfälle von ein paar Stunden könnte es geben. Einschränkungen im Angebot ebenfalls. Dauere der Ausfall zwei bis drei Stunden, liessen sich viele Produkte noch retten. Aber Fisch dürfte dann zum Beispiel nicht mehr verkauft werden.

Habe die Migros über Tage zu wenig Strom zur Verfügung, müsste sie Filialen schliessen. Bei einem Stromunterbruch von einer Woche würde die ganze Gesellschaft nicht mehr funktionieren, sagte Zumbrunnen weiter. Die Migros sei bereits daran, den Stromverbrauch zu senken. So verzichte sie zum Beispiel auf die Weihnachtsbeleuchtung.

Sofortiges Lichterlöschen bei Coop

Auch Coop hat für September freiwillige Energiesparmassnahmen angekündigt. So stellt das Unternehmen die Beleuchtung in den Läden nach Ladenschluss sofort ab. Und an Weihnachten werden die Coop-Gebäude nicht mehr mit Lichterketten beleuchtet.  

Bei sämtlichen Büros, Verwaltungsgebäuden, Logistik-Zentren und Lager der Coop-Gruppe verzichtet Coop zudem per 1. September auf Leuchtreklamen und stellt die Temperaturen in Büros, Läden, Logistik und Lagern um zwei Grad tiefer.

Coop gibt weiter an, seinen Mitarbeitenden demnächst eine Handlungsanweisung mit Tipps zum täglichen Stromsparen im geschäftlichen Umfeld zu geben.

(sda/bza)

Quelle: sda
veröffentlicht: 3. September 2022 06:30
aktualisiert: 3. September 2022 09:53