Transfer-Geheimnisse

YB-Chefscout verrät, wie er an die besten Spieler gelangt

8. August 2022, 06:23 Uhr
Stéphane Chapuisat ist als Chefscout zuständig für sämtliche Neuzugänge bei YB. Nun gibt der 53-Jährige Einblick in seine Arbeit im Transfermarkt.
Seit 2008 arbeitet Stéphane Chapuisat als Scout für YB.
© KEYSTONE/Alessandro della Valle

Stéphane Chapuisat ist rechte Hand von YB-Sportchef Christoph Spycher. Als Chefscout ist «Chappi» für die Neuzugänge beim Berner Traditionsclub zuständig. Die Torschützenkönige Guillaume Hoarau (2019), Jean-Pierre Nsame (2020 und 2021) oder auch der amtierende Jordan Siebatcheu gehen mitunter auf seine Kappe.

Woher hat Chapuisat dieses gute Händchen? Der «SonntagsZeitung» gab der 53-Jährige nun Einblick in seine Arbeit. Es sei schwierig, Spieler zu holen, «die sofort auf höchstem Niveau funktionieren.» Diese seien für YB in der Regel zu teuer. «Wir müssen sie aufbauen, ihnen helfen, die Karriere neu zu lancieren.»

Nachwuchsspieler haben Priorität

Beispiel Hoarau: Er machte sich zunächst als französischer Nationalspieler einen Namen. Bei seinem Abstecher in China geriet seine Karriere dann aber ins Stocken – bis ihn Chapuisat nach Bern holte. Inzwischen kickt Hoarau für den FC Sion.

Guillaume Hoarau spielt inzwischen für den FC Sion.
© KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE

Gesucht werden die potenziellen Neuzugänge in den Schweizer Ligen oder bei Schweizern im Ausland. Priorität haben stets Nachwuchsspieler, so der Chefscout.

«Zentral, was ein Spieler leisten könnte»

Für jeden Transfer müssen entsprechenden Eigenschaften erfüllen. Ein besonders Augenmerk liegt dabei auf der Mentalität und der Einstellung zum Beruf. Dann folge ein Prozedere ähnlich zur Privatwirtschaft, wobei ein Spieler niemals alle Punkte erfüllen kann.

Teilweise sei das Potenzial noch nicht ausgeschöpft, weil die potenziellen Neuzugänge in der falschen Position eingesetzt werden. Das solle sich mit dem Wechsel zu den Young Boys jeweils ändern. Chapuisat erklärt: «Es ist zentral, zu spüren, was ein Spieler leisten könnte.»

(ris)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 8. August 2022 06:55
aktualisiert: 8. August 2022 06:55
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