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«Ich hoffe ‹The Fabelmans› gewinnt den Oscar»

Goldmännchen

«Ich hoffe ‹The Fabelmans› gewinnt den Oscar»

· Online seit 12.03.2023, 06:58 Uhr
In der Nacht auf Montag heisst es wieder «And the Oscar goes to ...» Wie viel Einfluss die Academy Awards auf Schweizer Kinos haben und welche Filme dieses Jahr im Rennen sind, haben wir bei Edna Epelbaum, der Präsidentin des Schweizer Kinoverbands, nachgefragt.
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Man muss lange aufbleiben, wenn man die 95. Oscars in der Nacht von Sonntag auf Montag live verfolgen möchte. Seit 2002 werden diese in Hollywood im Dolby Theatre ausgetragen. Jedes Jahr ist es ein Anlass, zu dem sich die ganz Grossen der Filmbranche versammeln.

Edna Epelbaum, die Präsidentin des Schweizerischen Kinoverbands, hat die Relevanz der Academy Awards auf die Schweizer Kinobranche eingeschätzt: «Die Oscars gehören zu den Preisverteilungen, die durchaus einen Einfluss auf das Publikum haben. Dies hängt aber natürlich davon ab, welcher Film gewinnt und ob dieser noch im Kino läuft. Aber gerade die Siegerfilme der Hauptkategorien spüren nach den Awards meist nochmals einen Aufschwung.»

Die Oscars lassen die Kinokassen klingeln

Filme, die nicht mehr im Kino laufen und einen Oscar gewinnen, werden oft erneut gezeigt, wie Edna Epelbaum erklärt: «Wir haben das beim Preisträger ‹Parasite› von 2019 gesehen. Nachdem der Film den Oscar gewonnen hatte, wurde er nochmals in den Kinos gezeigt, mit Erfolg.»

In diesem Jahr ist mit dem Kriegsdrama «Im Westen nichts Neues» von Edward Berger erneut ein Film im Rennen, der auf einer Streaming-Plattform gezeigt wird. Ob diese eine Konkurrenz für die Kinos darstellen, erläutert Edna Epelbaum: «Es gilt die Regel, dass Filme im Kino laufen müssen, damit sie für die Oscars nominiert werden dürfen, deshalb lief auch ‹Im Westen nichts Neues› für eine gewisse Zeit in den Kinos. Aber natürlich sind Streaming-Plattformen ein Teil des Filmmarktes geworden. Das heisst, sie haben das Recht, bei Preisverteilung berücksichtigt zu werden.»

Diese Nominationen müsse man aber in ein Verhältnis setzen, so die Präsidentin des Kinoverbands: «Von zehn Filmen ist einer auf einer Streaming-Plattform. Die Entwicklung ist zwar da, aber ich schätze sie nicht so dramatisch ein. Grundsätzlich gehen die Leute für gute Filme gerne ins Kino und schätzen den Kultur- und Begegnungsort.»

Auch Schweizer Filmmachende träumen von der Nomination

Der letzte Schweizer Film, der einen Oscar gewann, war «Reise der Hoffnung» im Jahr 1991, dieser wurde als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet. Der Animationsfilm «Ma Vie de Courgette» war 2017 in der Kategorie «Bester animierter Spielfilm» nominiert – die letzte Schweizer Oscar-Hoffnung. Dennoch, Schweizer Filmemacherinnen und Filmemacher träumen von den Academy Awards, wie Edna Epelbaum erklärt: «Es ist ein langer Weg, nach Hollywood zu kommen. Die Schweiz hat zwischendurch Kurzfilme auf der Shortlist, leider schaffen es aber nur wenige, die Aufmerksamkeit der Academy zu bekommen.»

«Der Film ‹Everything Everywehere All at Once› hat grosse Chancen»

Auch in diesem Jahr wurden die besten der Branche für die Academy Awards nominiert. Wir haben von Edna Epelbaum die jeweiligen Chancen der Nominierten einschätzen lassen: «Ich habe schon viele der nominierten Filme gesehen, da aber die Academy letztendlich entscheidet, wer gewinnt, ist es schwer, eine Prognose zu geben. Dennoch hoffe ich, dass der Film ‹The Fabelmans› von Steven Spielberg gewinnt, da dieser momentan noch in den Schweizer Kinos läuft. Von der Kreativität und Innovation her hat sicherlich der Film ‹Everything Everywehere All at Once› von Dan Kwan und Daniel Schreiner in einigen Kategorien verdientermassen grosse Chancen.»

Auch bei den anderen wichtigen Kategorien wagt Edna Epelbaum eine Prognose abzugeben: «In der Kategorie ‹Beste Hauptdarstellerin› würde ich mir wünschen, dass Cate Blanchett das Rennen macht, sie hat mich im Film ‹Tár› überzeugt.»

«Austin Butler als Elvis wird wohl das Rennen machen»

In der Kategorie «Bester Hauptdarsteller» wird von vielen Seiten der kalifornische Schauspieler Austin Butler als Favorit gehandelt, für die Filmexpertin aber nicht die beste Leistung in diesem Jahr: «Die Kategorie ‹Bester Hauptdarsteller› wird hoffentlich Brendan Fraser gewinnen, ihn fand ich fantastisch in seiner Rolle in dem Film ‹The Whale›. So wie ich aber die Academy einschätze, wird wohl Austin Butler als Elvis den Oscar gewinnen» erklärt Edna Epelbaum.

veröffentlicht: 12. März 2023 06:58
aktualisiert: 12. März 2023 06:58
Quelle: BärnToday

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