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«Bernerinnen sind skeptischer als Zürcherinnen»

Schönheitseingriffe

«Bernerinnen sind skeptischer als Zürcherinnen»

17.03.2023, 15:08 Uhr
· Online seit 19.02.2023, 14:38 Uhr
Die Vorlieben der Schweizerinnen und Schweizer unterscheiden sich laut einem Anbieter von Schönheitseingriffen stark – je nach Stadt. In Bern seien die Menschen zurückhaltender und würden einen natürlicheren Look bevorzugen als in Zürich.
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Schönheitseingriffe seien beliebter denn je, erklärt die Gründerin der Kliniken «Beauty2Go», Alexandra Lüönd, gegenüber BärnToday. Die Vorlieben der Schweizerinnen und Schweizer würden sich von Standort zu Standort unterscheiden. Schönheitskliniken von «Beauty2Go» sind in fünf Schweizer Städten präsent. Die Gründerin beobachtet: «Es gibt grosse Unterschiede – in Bern sind die Kundinnen und Kunden zurückhaltender als in Zürich.»

«Bernerinnen brauchen mehr Bedenkzeit als Zürcherinnen»

Lüönd erläutert: «Zürcherinnen und Zürcher sind informierter und kommen mit einer Idee, die sie umsetzen wollen, zu uns. In Bern lassen sich die Leute gerne beraten, brauchen mehr Bedenkzeit und sind oft skeptisch.» Lüönd begründet das mit den unterschiedlichen Charakteren, die in den jeweiligen Städten leben. Zürich sei schnelllebiger und die Kundinnen und Kunden würden sich oft online informieren.

Trotzdem sei auch in Bern der Trend zur steigenden Nachfrage zu beobachten. So wurde der «Beauty2Go»-Standort in Bern als zweiter nach Zürich gegründet, da die Nachfrage sehr gross war.

Auch immer mehr Männer wagen den Weg zum Beauty-Doc

Aber nicht nur bei den Frauen nehme die Nachfrage zu, auch Männer liessen sich gerne beim Beauty-Doc behandeln. Bei «Beauty2Go» machen Männer aber noch immer nur fünf Prozent der Kundschaft aus. Auch hier sehe man einen Unterschied zwischen Zürich und Bern, der Anteil an Männern sei in Zürich höher.

Thomas Fischer, Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie in Bern, kann diesen Trend nicht beobachten. «Es gibt keine klaren Zahlen, deshalb sehe ich keinen Trend, dass mehr Männer Schönheitsbehandlungen machen lassen. Es gibt tatsächlich bei uns seit Jahren etwa gleich viele Männer.»

Schweizerinnen und Schweizer weltweit unter den Spitzenreitern

Gemäss «Beauty2Go» sind die USA das Land mit den meisten Schönheitseingriffen. Rechne man aber pro Kopf, so stehe die Schweiz an der Spitze. Gemäss Lüönd wurden letztes Jahr pro 10'000 Einwohner 80 Schönheitseingriffe gezählt. Dies führt Lüönd auf das vergleichsweise hohe Einkommen in der Schweiz zurück.

Das Einkommensniveau spiele eine Rolle, bestätigt auch Thomas Fischer: «Ich sehe das an meiner Kundschaft, ich habe Patientinnen und Patienten, die einfache Angestellte sind, aber auch Menschen in Führungspositionen.»

Die Aussage, dass Schweizerinnen und Schweizer weltweit Spitzenreiter in Sachen Schönheitseingriffe sind, könne er aber nicht machen. Dazu fehle eine genaue Statistik. «Es gibt keine genaue Quelle, die sagt, dass in der Schweiz am meisten Eingriffe pro Person gemacht werden, dennoch ist es sicherlich ein wachsender Markt.»

Kritik am Schönheitsbehandlungs-Boom

Die steigende Nachfrage ziehe aber auch unseriöse Anbieter an. «Schönheitseingriffe dürfen an gewissen Orten von nicht ärztlichem Personal durchgeführt werden, sie erkennen oft Komplikationen nicht oder zu spät und können diese selbst nicht behandeln», erläutert Thomas Fischer.

Gerade bei billigen Angeboten solle man vorsichtig sein, da bei Komplikationen während oder nach Eingriffen oft nicht geholfen werden könne.

veröffentlicht: 19. Februar 2023 14:38
aktualisiert: 17. März 2023 15:08
Quelle: BärnToday

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