Faktencheck

Welche Hitze- und Bademythen stimmen wirklich?

Maarit Hapuoja, 21. Juni 2022, 16:50 Uhr
Helfen kalte Getränke gegen die Hitze? Braucht man im Sommer weniger Schlaf? Wirkt Alkohol stärker in der Hitze? Hier kommt dein Faktencheck rund um Sommer-, Bade- und Hitzeregeln.

1. Nach dem Essen darf ich nicht ins Wasser gehen
Wer ein bisschen in der Biologie aufgepasst hat, weiss Folgendes: Der Magen braucht bei der Verdauung mehr Blut als sonst. Das Gehirn wird deshalb weniger gut durchblutet und du kannst dich müde und träge fühlen. Die Reserven des Körpers reichen jedoch aus, um Muskeln und Organen ausreichend sauerstoffhaltiges Blut zu geben. Der Mythos ist folglich falsch. Nach dem Essen baden gehen ist nicht gefährlich – für ein angenehmes Gefühl lohnt es sich jedoch, eine kleine Pause zu machen.

2. Riecht es nach Chlor, ist das Badi-Wasser sauber
Chlor ist geruchlos. Das kann also auf keinen Fall stimmen. Du fragst dich jetzt, weshalb es dann in den Badis meistens nach Chlor riecht? Ganz simpel: Verbindet sich Chlor mit Harnstoff, beginnt es zu riechen. Das muss aber nicht heissen, dass Leute ins Becken pinkeln, obwohl dies vermutlich das eine oder andere Mal vorkommt. Wir geben Harnstoff auch über die Haut ab. Du kannst dir also gleich etwas Zweites merken: Vor dem Baden im Schwimmbad ist duschen sinnvoll!

3. Im Schatten kann ich mir keinen Sonnenbrand holen
Falsch. Auch im Schatten dringen UV-Strahlen durch. Die Strahlung wird nämlich reflektiert, sodass du dich trotzdem verbrennen kannst. Das Positive daran: Du bist deinem gebräunten Beach-Look näher, ohne in der prallen Sonne liegen zu müssen. Einen Sonnenbrand kannst du ausserdem auch bei wolkigem Wetter und im Wasser kriegen. In beiden Fällen wird die Sonnenstrahlung sogar noch intensiviert.

4. Wenn ich wegen der Hitze schwitze, verliere ich an Gewicht
Durch die Hitze verlierst du Wasser, nicht Fett. Mit Sonnenbaden Kilos verlieren ist also keine sinnvolle Idee. Im Gegenteil, denn hohe Temperaturen verlangsamen den Stoffwechsel, weshalb sich Kalorien sogar langsamer verbrennen lassen. Du solltest bei Hitze eher viel Wasser trinken, um nicht zu dehydrieren.

5. Kalte Getränke helfen gegen die Hitze
Das mag zwar im ersten Moment ein angenehmes Gefühl sein, wenn du aus einem mit Eis gefüllten Becher Cola, Wasser oder was auch immer trinkst. Dein Körper reagiert aber mit: Oh oh, Kälte. Die Wärmeregulierung wird dann hochgefahren und du schwitzt noch mehr. Einen Kaffee oder Tee zu trinken ist aber nicht besser. Heisse Getränke machen es für deinen Körper noch schwieriger, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Lauwarm wäre hiermit die beste Lösung. Dasselbe gilt fürs Duschen.

6. Im Sommer brauche ich weniger Schlaf
Das ist grundsätzlich richtig. Denn bist du länger dem Sonnenlicht ausgesetzt, produziert dein Körper mehr Melatonin und Serotonin. Letzteres ist ein Glückshormon und lässt dich fitter und aufgeweckter fühlen. Ersteres ist das Schlafhormon, das dafür sorgt, dass du am Abend müde wirst und besser schläfst.

7. Alkohol wirkt bei Hitze stärker
Wahr. Durch Hitze wirkt Alkohol im Körper schneller und intensiver. Weil deine Körperzellen weniger Flüssigkeit erhalten, ist der Alkohol im Körper nämlich konzentrierter. Der Blutdruck sinkt, so kann es zu Kreislaufproblemen kommen. Es kann gefährlich sein, alkoholisiert zu baden – nicht nur, weil du an Koordination verlierst. Denn die Gefässe sind durch Alkohol geweitet, so kannst du eher einen Kälteschock erleiden.

Welchen Mythos kennst du noch? Erzähl uns in den Kommentaren, bei welcher Regel du dir nicht sicher bist!

8. Einmal eincremen reicht für den ganzen Tag
Auch wenn du wasserfesten Sonnenschutz verwendest, verliert dieser an Schutz, wenn du ins Wasser gehst oder schwitzt. Um nicht rote und schrumpelige Haut zu bekommen, solltest du also mehrmals die Creme aus der Tasche nehmen. Je höher der Faktor des Sonnenschutzes, desto länger bist du vor Sonnenbrand geschützt.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 14. August 2022 06:50
aktualisiert: 14. August 2022 06:50
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