Ausgebremst

Fussballheld im Ferrari schikaniert anderen Autofahrer auf Zürcher Autobahn

Orgetorix Kuhn, 24. November 2022, 07:30 Uhr
Strafbefehl gegen eine Fussballlegende. Der Deutsche fuhr im Januar 2022 auf der Autobahn A1 mit ungenügendem Abstand und bremste einen anderen Autofahrer aus. Jetzt wurde er dafür verurteilt.
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Die Autobahn A1 bei Winterthur ist mit ihren über 100’000 Fahrzeugen pro Tag einer der meistbefahrenen Autobahnabschnitte der Schweiz. Am 25. Januar 2022 war auch ein Fussballstar auf diesem Abschnitt unterwegs. Der Ex-Fussballer fuhr kurz vor dem Feierabendverkehr in Richtung St. Gallen. Genau um 16:25 Uhr, so steht es im Strafbefehl. Diesen konnte ZüriToday einsehen.

Gefährliches Manöver mit seinem Ferrari

Der bekannte Ex-Fussballer lebt in der Schweiz. An diesem Dienstag im vergangenen Januar war er mit seinem Ferrari mit Schweizer Nummernschild auf der Autobahn unterwegs. Dabei fuhr er dem Auto vor ihm während längerer Zeit mit «ungenügendem» Abstand hinterher, so steht es im Entscheid der Staatsanwaltschaft. Beide Fahrzeuge waren zu diesem Zeitpunkt auf der zweiten Überholspur unterwegs.

Der Ex-Fussballer wechselte dann die Spur, überholte das Auto vor ihm rechts und steuerte seinen Ferrari wieder zurück auf die zweite Überholspur. Dort bremste er, in den Worten der Staatsanwaltschaft, «abrupt ohne Not, wodurch das überholte Fahrzeug ebenfalls einen Notstopp einleiten musste.» Im Klartext: Der Fussballheld bremste seinen Kontrahenten aus. Für die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland ist dies eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln.

Unklar ist, warum der Ex-Profi den anderen Autofahrer ausbremste. Auf Anfrage von TeleZüri/ZüriToday wollte er sich nicht zum Vorfall und zum Strafbefehl äussern.

60'000 Franken Geldstrafe und 9000 Franken Busse

Für diese gemäss Staatsanwalt «unangepasste Fahrweise und das rücksichtslose Verhalten» muss der nun tief in die Tasche greifen. Die Geldstrafen bemessen sich jeweils an den finanziellen Verhältnissen der Beschuldigten, entsprechend hoch fällt diese deshalb beim ehemaligen Fussballstar aus. Er kassiert eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 2000 Franken, total also 60'000 Franken. Bezahlen muss er diese aber nur, falls er sich in den kommenden zwei Jahren etwas zuschulden kommen lässt. Solange dauert die Probezeit.

Bezahlen muss er jedoch eine Busse von 9000 Franken für seinen Schikanestopp. Diese Busse wird unabhängig von der Geldstrafe ausgesprochen. Zusätzlich werden die 800 Franken Verfahrenskosten in Rechnung gestellt. Auch diese muss er sofort bezahlen.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 24. November 2022 06:51
aktualisiert: 24. November 2022 07:30