An Ostern

Bunte Brunnen locken Hunderte nach Oberdiessbach

28.03.2024, 15:13 Uhr
· Online seit 28.03.2024, 14:42 Uhr
Die Oberdiessbacher Osterbrunnen sind wieder geschmückt: Vom 28. März bis am 11. April können im Dorfkern 18 Dorfbrunnen bestaunt werden. Erwartet werden so viele Besuchende wie noch nie – aus einem bestimmten Grund.
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Mittlerweile seit sechs Jahren werden in Oberdiessbach am Gründonnerstag jeweils zahlreiche Brunnen geschmückt. Heuer gibt es so viele Osterbrunnen wie noch nie, nach dem Publikumsandrang im letzten Jahr. Hanspeter Schmutz ist Initiator der Aktion und erklärt die Hintergründe.

Was hat es mit der Tradition auf sich?

«Die Idee stammt aus Österreich. In Steinbach an der Steyr gibt es solche Osterbrunnen. Ich habe zusammen mit einigen Leuten das Dorf studiert, im Zusammenhang mit einer werteorientierten Ortsentwicklung. Wir wollten die Brunnen in einigen Schweizer Gemeinden initiieren – unter anderem auch in Oberdiessbach. Wahrscheinlich wurden die Osterbrunnen aber anfangs des letzten Jahrhunderts erstmals in Bayern geschmückt, als Ausdruck der Dankbarkeit für Wasser in trockenen Zeiten. Aber auch anlässlich von Ostern, dem grössten Fest in der christlichen Tradition und anlässlich des Frühlingsbeginns.»

Wie viele Besuchende werden erwartet?

«Dank eines Beitrags von TeleBärn vom letzten Jahr wurden wir 2023 richtiggehend überrannt. Das war wahnsinnig und es hat uns extrem gefreut. Wir haben aber auch bemerkt, dass wir nicht entsprechend vorbereitet waren auf solch einen Besucher-Ansturm. Die Leute mussten irgendwo aufs WC und wollten etwas essen und da konnten wir keine Möglichkeiten bieten – die Restaurants hatten zu. Deshalb haben wir das auf dieses Jahr hin korrigiert. Die Restaurants haben nun geöffnet. Welche mitmachen, ist auf einem Plan ersichtlich. Wir rechnen auch in diesem Jahr mit vielen Besucherinnen und Besuchern. So mit um die paar hundert.»

Wird aus dem Event nun Profit geschlagen?

«Primär geht es um die Freude der Menschen an den dekorierten Brunnen. Alle Jahre werden diese wieder anders gestaltet, in dem Jahr sind 18 verziert – so viele wie noch nie. Glücklicherweise hat Oberdiessbach über 25 öffentliche Brunnen, da gibt es noch Potenzial nach oben. Und ein «Eiertütschen» ist jetzt heuer auch möglich. Der Hauptpunkt ist aber, an Ostern in Oberdiessbach die Freude am Leben zu zelebrieren.»

Schmücken Sie selbst auch Brunnen?

«Nein, das käme gar nicht gut heraus. Aber Oberdiessbach hat seit einigen Jahren einen Dorfentwicklungsverein. Und dieser Verein hat zuerst den Kirchbrunnen gestaltet. Mittlerweile sind auch Spezialisten am Werk: Gartenbauer und Gärtnereien. Ausserdem verschiedene Gewerbebetriebe oder Vereine. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Was man häufig sieht, sind Blumen oder Ostereier. Die Hebammen beispielsweise haben letztes Jahr passend zu ihrem Job die Brunnen mit Störchen verziert. Einfach angemalt werden dürfen die Brunnen nicht.»

Was fasziniert Sie am Projekt?

«Ich hätte nie gedacht, dass Ostern so ein Event werden könnte. Da kommen Verwandte von Einwohnern von weit her nach Oberdiessbach. Zum Beispiel aus dem Thurgau. Die Familienzusammenführungen, die dadurch stattfinden, sind sensationell.

Ich schlendere jedes Jahr gerne und mit grosser Freude an den Brunnen vorbei und treffe viele Menschen und spreche mit ihnen. Was mich besonders fasziniert, ist, dass eigentliche Konkurrenten an einem gleichen Projekt zusammenarbeiten. Das ist ein Phänomen. An vorderster Front sind das Gärtnereien und Gartenbauer. Auf dem Markt gelten alle als Konkurrenten. Aber für die Dorfentwicklung arbeiten sie zusammen – für ein grösseres Projekt. Es ist typisch, dass man das für einen Wert, den man hat, eben macht.»

veröffentlicht: 28. März 2024 14:42
aktualisiert: 28. März 2024 15:13
Quelle: BärnToday

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