9 Filialen geschlossen

«Ich finde es schockierend» – Berner Blumenladenkette Flowerpoint ist konkurs

12.02.2024, 10:02 Uhr
· Online seit 08.02.2024, 13:43 Uhr
Das Berner Blumenunternehmen «Flowerpoint» ist konkurs. Eine vorläufige Anzeige wurde am Mittwoch im Amtsblatt des Kantons Bern veröffentlicht. Der Betrieb in allen neun Filialen ist ab sofort eingestellt. Mehrere Dutzend Angestellte wurden entlassen.

Quelle: TeleBärn / Angus MacKenzie / BärnToday / Jan Bernhard / Warner Nattiel

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Der Berner Blumenbetrieb «Flowerpoint» ist konkurs und die Filialen des Unternehmens seit mehreren Tagen geschlossen. Eine vorläufige Konkursanzeige wurde am Mittwoch im Amtsblatt des Kantons Bern veröffentlicht. Wie es zur Überschuldung der Blumenladenkette kam, ist unklar. Das Gründerehepaar, Bruce und Elisabeth Locher, gibt auf Anfrage von BärnToday keine Auskunft zum Konkursfall. Die Familie Locher führte das Blumengeschäft seit 2002.

Die neun Filialen von «Flowerpoint» sind geschlossen und wurden versiegelt. Das bestätigt neben einem Blick vor Ort auch das Konkursamt Bern-Mittelland auf Anfrage. Der Konkurs sei per 1. Februar eröffnet worden. Gemäss Konkursamt wurden die Mitarbeitenden von «Flowerpoint» über den Fall bereits informiert. Nach Informationen von BärnToday sind mehrere Dutzend Floristinnen und Floristen betroffen.

Damit verliert die Region Thun drei Blumengeschäfte (in Heimberg und in der Stadt Thun) auf einmal. Auch die Kunden am Bahnhof in Biel werden in Zukunft auf den gewohnten Blumeneinkauf bei «Flowerpoint» verzichten müssen. Ebenso betroffen vom Konkurs ist der Blumenladen im solothurnischen Gerlafingen, sowie Läden in Belp, Zollikofen und Gümligen.

«Ich finde es schockierend»

Florentyna Hödl, Inhaberin der Florist Ali Florentyna Hödl GmbH in Thun, ist über den Konkurs der Blumenladenkette bestürzt. Zwar sei man Konkurrenten gewesen, aber es sei «schockierend», sagt Hödl gegenüber BärnToday. Sie wusste bereits, dass die Geschäfte in Thun geschlossen sind: «Viele Leute wissen aber nichts davon. Die Pflanzen sind ja noch im Laden».

Zu denken geben der Geschäftsführerin von Florist Ali die Angestellten von «Flowerpoint»: «Ich kann mir vorstellen, dass die Situation auch für Sie dramatisch ist». Ebenso schwierig werde wohl die Situation für die Lernenden sein. Laut Florentyna Hödl bildete «Flowerpoint» auch künftige Floristinnen und Floristen aus. «Es gibt Lernende im dritten Lehrjahr, die in vier Monaten Prüfungen haben. Die müssen jetzt eine neue Stelle suchen, damit sie die Prüfung absolvieren können», sagt Hödl.

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Blumengeschäfte sind nicht in der Krise

Trotz des Konkurs von Flowerpoint kommt Florentyna Hödl zum Schluss, dass die Blumengeschäft nicht in der Krise seien. Blumen werden immer gebraucht, meint die Floristin aus Thun.

«Was wir als Floristen aber merken, ist ein Rückgang bei Beerdigungen». Laut Hödl finden seit Corona immer wie weniger Erdbestattungen statt. Dabei heisse es oft «keine Blumen mehr». Oder die Angehörigen werden nur in einem kleinen Rahmen bestattet. Hierfür werden keine grossen Blumenkränze mehr bestellt. Solche Aufträge seien aber für ein Blumengeschäft wichtig.

Valentinstag wichtig für Blumenhandel

Ein anderer wichtiger Tag für Blumenläden ist der Valentinstag. Am 14. Februar verkaufe man «circa zehnmal mehr als an einem durchschnittlichen Tag», wie Hödl sagt. Ein solcher Umsatz sei lediglich mit dem Muttertag vergleichbar. Darum beginnen die Vorbereitungen oft schon einen Monat zuvor, sagt die Inhaberin von Florist Ali, Florentyna Hödl.

Falsch sei aber die Annahme, dass Floristen am Valentinstag «einen abverdienen». Auch die Lieferanten haben die Preise erhöht. Darum sind die Blumen im Geschäft teurer geworden. Unter dem Strich verdiene man aber nicht mehr, widerspricht Hödl. Für ihr Blumengeschäft sei der Absatz in der Weihnachtszeit wichtiger als der 14. Februar.

«Hoffentlich gehen die Geschäft wieder auf»

Am kommenden Valentinstag werden also keine Rosen über die Ladentische von «Flowerpoint» gehen. Trotzdem hofft Florentyna Hödl darauf, dass «die zugegangenen Geschäfte von ‹Flowerpoint› wieder aufgehen und damit die Blumenalden-Vielfalt in die Stadt zurückkommt». Jeder Blumenladen habe seinen eigenen Stil und damit andere Kunden. Aber es «ist ja schon schön, dass es weiterhin drei verschiedene Blumengeschäft in der Stadt Thun gibt».

veröffentlicht: 8. Februar 2024 13:43
aktualisiert: 12. Februar 2024 10:02
Quelle: BärnToday

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