Nach einem Jahr Pause

«Ist ein technisches Kulturgut»: Oldtimer kehren an Museumsnacht zurück

· Online seit 15.03.2024, 09:02 Uhr
Letztes Jahr durften die Oldtimer nicht an der Berner Museumsnacht fahren. Wegen der Energiekrise wurde auf die alten Fahrzeuge verzichtet. Am Freitagabend sind die beliebten Oldtimer aber wieder auf Berns Strassen unterwegs.
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Letztes Jahr durften die Oldtimer bei der Museumsnacht Bern keine Personen transportieren. Das sogenannte «Fahrende Museum» wurde wegen der Energiekrise abgesagt, wie der Verein Museen Bern mitteilte. Bei der 22. Ausgabe der Museumsnacht, die am Freitag stattfindet, sind die Oldtimer aber wieder am Start.

«Haben viele enttäuschte Stimmen gehört»

«Einerseits hat sich gezeigt, dass die Energiekrise, die sich im letzten Herbst angekündigt hat, nicht so akut wurde, wie man es befürchtet hat», erklärt Sophie Noyer, Gesamtprojektleiterin der Museumsnacht. «Andererseits haben wir gemerkt, dass das sehr beliebt war. Wir haben sehr viele enttäuschte Stimmen gehört.»

Grundsätzlich werde die Nachhaltigkeit der Museumsnacht als Veranstaltung immer analysiert und beurteilt. Auch bei den Oldtimern habe man geschaut, wie man die Durchführung nachhaltiger gestalten könne und einen Kompromiss gefunden, so Noyer.

Bruno Gerber, Präsident des Oldtimer Clubs Bern und Projektverantwortlicher des sogenannten «Fahrenden Museums», erklärt, was sich geändert hat: «Wir wollen hauptsächlich Autos, die im Kanton Bern immatrikuliert sind und eventuell noch einige wenige aus angrenzenden Regionen.» Früher seien sehr viele Fahrzeuge aus anderen Kantonen und auch aus dem Ausland dabei gewesen. Auch habe man die Zahl der Autos mit nur einem Beifahrersitz auf rund zehn Prozent reduziert. So gibt es für die Fahrdienste nun mehr Oldtimer mit drei bis fünf Plätzen.

Bei der Absage letztes Jahr habe es auch Frust gegeben, doch wolle man darüber gar nicht gross diskutieren, wie der Präsident sagt. «Wir wollen unseren Enthusiasmus für unser Hobby zeigen und nach vorne schauen.»

Umso grösser ist die Freude bei den Oldtimer-Fans, dass man wieder dabei ist. «Bei den Leuten war es ein grosses ‹Juhu›», erzählt Gerber. «Es ist schon super, wenn man die gehegten und gepflegten Fahrzeuge wieder zeigen kann.»

Künftig mit synthetischem Treibstoff 

Der Oldtimer Club Bern will in Zukunft noch nachhaltiger werden, wie der Präsident sagt. So wollte man bereits bei dieser Museumsnacht synthetischen Treibstoff einsetzen. In der Schweiz könne dieser aber noch nicht produziert werden, wie Bruno Gerber erklärt. «Der Treibstoff wäre erst Mitte Jahr verfügbar. Als Ersatz haben wir unsere CO2-Emmissionen bei der Stiftung myclimate kompensiert. Für die Zukunft wäre es gewisses Minimumprozent an Fahrzeugen mit Öko-Treibstoff das Ziel.» Das Echo sei bisher sehr gut gewesen und zeige, dass die Community bereit sei, in eine andere Richtung zu gehen.

Mit den Oldtimern scheint man sich auch bei der Berner Museumsnacht wieder angefreundet zu haben. «Wir haben das Gefühl, dass die alten Fahrzeuge als technisches Kulturgut eine Berechtigung haben», sagt die Projektleiterin. Neben Oldtimer-Autos von Privaten sind auch Oldtimer-Busse und -Trams von der Stiftung Bernmobil historique und zwei Oldtimer-Postautos unterwegs.

Keinen grossen Einfluss auf Erfolg der Museumsnacht

Einen grossen Einfluss auf die Museumsnacht hatte die Abwesenheit letztes Jahr aber nicht: «Der Erfolg der Museumsnacht ist nicht wirklich davon abhängig, ob wir eine solche Institution wie das fahrende Museum fahren lassen oder nicht», sagt Sophie Noyer. «Jetzt sind wir aber gespannt, wie das Feedback sein wird. Wir haben das Gefühl, dass viele Leute einfach Freude an diesen Fahrzeugen haben.»

Auch wenn die alten Fahrzeuge beliebt sind, sind sie nur ein kleiner Teil der Museumsnacht. Über 240 Veranstaltungen werden von 39 Institutionen durchgeführt. Viele Museen und Institutionen haben bis 2.00 Uhr morgens geöffnet. Ein Ticket gibts für 25 Franken, das besondere Ticket für die «Museumsnacht ab Mitternacht» für 5 Franken.

(dak)

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veröffentlicht: 15. März 2024 09:02
aktualisiert: 15. März 2024 09:02
Quelle: BärnToday

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