Saison dauert noch an

Wie gefährlich sind Skitouren?

· Online seit 03.04.2024, 05:46 Uhr
Unfälle bei Skitouren sind in aller Munde. In diesem Winter ereigneten sich gleich mehrere tragische Unglücke. Insbesondere jenes Mitte März in Zermatt, wo sich fünf Personen verirrten und starben, schlug hohe Wellen. Doch wie gefährlich sind Skitouren wirklich?
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In diesem Winter sind 14 Leute bei Lawinenniedergängen in den Bergen gestorben. Das vermeldete vergangene Woche das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung, SLF. Am Osterwochenende sind drei weitere Todesopfer bei einer Lawine im Skigebiet in Zermatt dazugekommen. Sie waren neben der Piste als Freerider unterwegs.

Die Statistik zeigt aber: Bei den allermeisten Personen, die in Lawinen geraten, handelt es sich um Skitouren-Gänger. Ein Sport, der zuletzt einen Boom erlebte.

Risikosportart oder nicht?

Wie gross ist das Risiko bei einer Skitour tatsächlich? Wir fragen nach beim langjährigen Bergführer und Chef der Alpinschule Adelboden Kandersteg Martin Maurer. Für ihn gehören Skitouren nicht per se zu den Risikosportarten: «Wenn man sich an gängige Regeln hält, sind Skitouren sicher. Natürlich bleibt in den Bergen immer ein Restrisiko.»

Jeder Unfall sei einer zu viel, trotzdem könne man sagen, dass es in Zusammenhang mit Skitouren immer weniger Unfälle gibt: «Wenn man die Lawinenunfälle betrachtet, lag der Schnitt zuletzt oft unter 20 tödlichen Unfällen, obwohl heutzutage deutlich mehr Leute unterwegs seien», so Maurer. Wichtig sei die Vorbereitung: «Die Verhältnisse, das Gelände oder das Wetter müssen vor einer Tour genau analysiert werden.» Als Instrument nennt Maurer das tägliche Lawinenbulletin, Karten- und Wetterapps, die eine solide Planung ermöglichen.

Entscheidend im Gelände sei beispielsweise die Neigung eines Hangs. Ab einem Winkel von über 30 Grad steigt die Lawinengefahr kontinuierlich. In flacheren Abschnitten ist das Risiko in eine Lawine zu geraten klein.

Mehr Unfälle im Wallis und im Graubünden

Am meisten Skitourengänger verunglücken in den Kantonen Wallis und Graubünden. Im Berner Oberland kommt es weniger häufig zu Unfällen. Das hat unter anderem mit der grösseren Anzahl an Touren in diesen Kantonen zu tun, aber auch mit dem Schnee, erklärt Martin Maurer. «Im Wallis und Graubünden hat es mehr Altschnee, welcher schwieriger zu beurteilen ist, als der Neuschnee auf der Alpennord- und Alpensüdseite. Zudem regnet es bei uns häufiger in höhere Lagen, was den Schnee stabiler macht.» Er bezieht sich dabei auf Auswertungen des Schnee- und Lawinenforschungsinstituts.

Bei der Alpinschule Adelboden Kandersteg habe es glücklicherweise nie gravierende Unfälle in Zusammenhang mit Lawinen gegeben.

Saison noch lange nicht fertig

Während die Skigebiete nun allmählich ihre Saison beenden, steht die Alpinschule Adelboden Kandersteg, die im ganzen Oberland Skitouren durchführt, vor zwei intensiven Monaten. «Über der Waldgrenze herrschen hervorragende Verhältnisse», sagt Maurer. Von der Engsligenalp bei Adelboden aus oder in der Jungfrauregion biete man verschiedene schöne Hochtouren.

Die Saison ende oftmals gegen Ende Mai. Die Bilanz der Alpinschule Adelboden Kandersteg ist gut. Allerdings habe sich der Boom, der während Corona vorherrschte, etwas abgeschwächt. «Die Leute verreisen wieder und machen Skitouren im Ausland», so Maurer. Wenn man aber 30 Jahre zurückblickt, dann hat die Zahl der Skitouren massiv zugenommen.

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veröffentlicht: 3. April 2024 05:46
aktualisiert: 3. April 2024 05:46
Quelle: BärnToday

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