Als 15. Spieler

Philippe Furrer wird als SCB-Legende geehrt – das stösst vielen Fans sauer auf

09.02.2024, 19:35 Uhr
· Online seit 09.02.2024, 19:18 Uhr
Am 3. März wird Philippe Furrer in der Postfinance-Arena als SCB-Legende geehrt. Der 38-Jährige ist erst der 15. Spieler, dem diese Ehre zuteil wird. Weil Furrer die letzten sieben Jahre seiner Karriere bei anderen Schweizer Clubs verbracht hat, enervieren sich SCB-Fans über die Ehrung.
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Philippe Furrer begann seine Karriere beim SC Bern bei den Bambinis und durchlief anschliessend den ganzen Nachwuchs der Mutzen. Danach spielte er von 2001 bis 2015 für die erste Mannschaft des SCB. In dieser Zeit holte er mit den Bernern drei Meistertitel.

So weit, so gut. Was vielen SCB-Fans jedoch missfiel: 2015 wechselte Furrer zum HC Lugano und 2018 sogar zum Rivalen Fribourg-Gottéron, wo er 2022 seine Karriere beendete. Wie damals berichtet wurde, gab es bei Furrers Abgang einige Unstimmigkeiten. Unter anderem seien die Kriterien für die Rückennummern, die beim SCB nicht mehr vergeben werden, kurzfristig abgeändert worden: Damit ein Trikot unter das Stadiondach hochgezogen wird, wurde neu Pflicht, dass der Spieler die Karriere beim SCB beenden muss. 2022 wurde Furrer an dessen Abschiedsgala überraschend mitgeteilt, dass er doch noch in den exklusiven Kreis der SCB-Legenden aufgenommen wird.

Unverständnis bei Fans

Nun, nachdem der Stadtberner Club das Datum der Ehrung bekannt gegeben hat, melden sich auf Social Media zahlreiche aufgebrachte Mutzen-Fans zu Wort. «Seid ihr eigentlich noch bei Trost», «das ist einfach nur ein Witz» und «eine bodenlose Frechheit» sind nur drei von etlichen Kommentaren unter den Posts auf Instagram und Facebook.

Die Fans kritisieren, dass der ehemalige Nati-Verteidiger geehrt wird, obwohl er seine Karriere nicht beim SCB beendete. Und was die Fans besonders auf die Palme bringt: «Er hat vier Saisons bei Gottéron – Erzfeind vom SCB – gespielt, hätte auch zurückkehren können, hat aber Gottéron den Vorzug gegeben, daher ist er nicht einer von uns und auch die Ehrung ist falsch!» Ein anderer User bläst ins selbe Horn: «Der Furrer hat seinen Stammverein wegen des Geldes verlassen, um dann zu guter Letzt doch tatsächlich für die Erzfeinde zu spielen!»

Ehrung von Rüfenacht und Blum gefordert

Andere finden, dass ein anderer Spieler mit der Nummer 29 geehrt hätte werden sollen: «Es gibt nur eine Nummer 29 mit Legenden-Status: Rexi Ruotsalainen», schreibt ein User beispielsweise. In einem anderen Kommentar heisst es: «Es wird in Bern auf ewig nur eine legendäre 29 geben – Rexi!» Auch beanstanden einige User, dass die langjährigen SCB-Spieler Thomas Rüfenacht und Eric Blum bisher nicht geehrt wurden. Auf die Frage, ob Thomas Rüfenacht geehrt wird, sagte SCB-Mediensprecher Reto Kirchhofer letzten September gegenüber BärnToday Folgendes: «In welcher Form wir Thomas Rüfenacht verabschieden werden, ist noch nicht entschieden.»

Es gibt vereinzelt allerdings auch wohlwollende Kommentare auf Social Media: «Ich finde es super», schreibt zum Beispiel jemand, eine andere Person meint: «Hammer!»

Um klarzustellen, weshalb Philippe Furrer geehrt wird, obwohl er seine Karriere nicht bei den Mutzen beendete, schreibt der SCB in seiner Mitteilung: «2015 entschied sich der Verteidiger nach über zwei Jahrzehnten SCB für eine Luftveränderung. Die letzten sieben Saisons seiner Aktivzeit bestritt er für andere Clubs. Währenddessen hatte der SC Bern die Vorgaben für die Aufnahme in den Kreis der ‹Retired Numbers› angepasst und das Kriterium «Karriereende beim SCB» als zwingend eingestuft.»

Legendenspiel mit Rüfenacht, Streit und Törmänen

Weil Furrer die zum Zeitpunkt seines Abgangs geltenden Kriterien erfüllt und für den Club grosse Verdienste geleistet habe, entschied sich die Geschäftsleitung dafür, den 38-Jährigen in den exklusiven Kreis aufzunehmen. In Zukunft soll in diesem Punkt also keine Ausnahme mehr gemacht werden.

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Dieser Umstand ist auch der Grund, weshalb der 38-Jährige nicht wie frühere SCB-Legenden im Rahmen eines Meisterschaftsspiels geehrt wird. Stattdessen ist ein Legendenspiel mit folgenden Ex-SCB-Spielern und -Trainern geplant: Marco Bührer, Beat Gerber, Rikard Franzén, Philippe Furrer, Thomas Furrer, Renzo Holzer, Larry Huras, Patrik Juhlin, René Kiener, Trevor Meier, Raeto Raffainer, Flurin Randegger, Martin Rauch, Travis Roche, Kent Ruhnke, Thomas Rüfenacht, Ivo Rüthemann, Philippe Rytz, Rolf Schrepfer, Peter Stammbach, Martin Steinegger, Mark Streit, Antti Törmänen, Renato Tosio, Roberto Triulzi, Stefan Tschannen, Thomas Wellinger.

veröffentlicht: 9. Februar 2024 19:18
aktualisiert: 9. Februar 2024 19:35
Quelle: BärnToday

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