Regionalgericht Bern-Mittelland

Berner Fotograf bot Geld für Erotikshootings – und bezahlte nie

· Online seit 27.10.2022, 11:10 Uhr
Ein Berner hat Frauen im Internet viel Geld für Aktshootings angeboten, diese allerdings nie bezahlt. Mit seiner Masche soll er unzählige Frauen fotografiert haben. Nun wurde er vom Regionalgericht verurteilt.
Anzeige

Ein Berner Fotograf wurde vom Regionalgericht Bern-Mittelland zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 23 Monaten verurteilt, wovon er acht im Gefängnis absitzen muss. Zusätzlich muss er wegen sexueller Belästigung eine Busse von 2000 Franken bezahlen. Das berichten «Berner Zeitung» und «Der Bund».

Grund für das Urteil ist eine betrügerische Masche: Der 55-Jährige habe verschiedenen Frauen hohe Beträge für Akt-Shootings angeboten, diese allerdings nie bezahlt. Wie viele Frauen hinters Licht geführt wurden, sei nicht bekannt, heisst es im Bericht. Auf den Computern, Smartphones und Speicherkarten, die beschlagnahmt wurden, hätten sich allerdings Fotos von mehr als 100 Frauen befunden.

Shootings wurden zum Porno

Der Mann habe sich als Fotograf für bekannte Männermagazine wie «Playboy» oder «Penthouse» ausgegeben. Während der Shootings habe er die Grenzen der Frauen immer stärker ausgelotet, auch mit Berührungen. Aus diesem Grund wurde der Mann auch wegen sexueller Belästigung angeklagt.

Bei den Opfern habe es sich einerseits um professionelle Aktmodels gehandelt, andererseits aber auch um Frauen, die zum ersten Mal ein solches Shooting gemacht hätten. In einigen Fällen sei der Mann noch weitergegangen und das Shooting sei zum Porno ausgewachsen. Bei allen Frauen, die sich auf die Shootings eingelassen haben, hätten finanzielle Motive im Vordergrund gestanden, wie die «Berner Zeitung» und «Der Bund» schreiben.

Mann bereits vorbestraft

Während des Prozesses habe der Verteidiger des Mannes die Vermögensdelikte nicht abgestritten. Der Angeklagte habe offen zugegeben, dass er von Anfang an vorhatte, die Frauen nicht zu bezahlen. Im Gegensatz zur Anklage habe er aber die Auffassung vertreten, dass es sich bei seinem Mandanten nicht um einen Sexualstraftäter handelt: Die Models hätten sich freiwillig auf die Shootings eingelassen und seien bereit gewesen, für höhere Honorare weiter zu gehen.

Das Urteil gegen den Mann ist noch nicht rechtskräftig. Der Verurteilte kann den Schuldspruch noch anfechten.

(pfl)

veröffentlicht: 27. Oktober 2022 11:10
aktualisiert: 27. Oktober 2022 11:10
Quelle: BärnToday

Anzeige
Anzeige
baerntoday@chmedia.ch