100-Jahr-Jubiläum

Ivo Adam, Anton Mosimann und Co. feiern die Berner Kochgilde

08.11.2022, 14:09 Uhr
· Online seit 08.11.2022, 12:36 Uhr
Der Kursaal Bern ist voll, feines Essen wird serviert. Ausnahmsweise sind die Köchinnen und Köche nicht in einer weissen Schürze sondern in Abendgarderobe. Newcomer und Stars feiern das Jubiläum der Kochgilde und schauen dabei positiv in die Zukunft.

Quelle: BärnToday / Anissa Perumbuli & Warner Nattiel

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Am Montagabend feiern über 450 Köchinnen und Köche im Kursaal Bern das 100-Jahr-Jubiläum ihrer Vereinigung. Adrett, in Kleid oder Anzug, stossen sie auf Freundschaften, Erfolge und auf den Geburtstag des «Cercle des Chefs de Cuisine Berne» (CCCB) an.

Von Fernsehkoch Ivo Adam bis zur internationalen Kochkoryphäe Anton Mosimann sind viele Küchenchefinnen und Küchenchefs dabei. Letzterer war nicht nur Koch der britischen Royals, sondern hat auch schon für Jimmy Carter gekocht. «Es hat fantastische Kollegen darunter, die viel geleistet haben für den Beruf und den Jungen viel mitgegeben haben. Es macht Freude, dass ich dabei sein darf», erzählt Anton Mosimann im Blick auf seine Berufskolleginnen und Kollegen.

Quelle: BärnToday / Anissa Perumbuli & Warner Nattiel

«Auf alten Pfannen lernt man kochen»

Ivo Adam, Direktor Casino Bern, ist ein bekanntes Gesicht – nicht nur in der Kochwelt. Dem ehemaligen Fernsehkoch ist die Tradition besonders wichtig. «Mein Credo ist: Auf alten Pfannen lernt man kochen. Das ist eine Tradition, die man weitergeben muss.» Das gelinge vielen gut. «Unter uns, das Highlight an einem solchen Abend ist, die Berufskollegen zu sehen und vielleicht etwas über den Durst zu trinken, wenn wir ehrlich sind», sagt Ivo Adam mit einem Augenzwinkern.

Die grösste Kochgilde der Schweiz blickt auf prägende 100 Jahre zurück, in denen sich viel verändert hat. Gleichzeitig machen sich die Köchinnen und Köche Gedanken über die Zukunft. Ihr Fokus liegt auf dem Nachwuchs. Sie wollen inspirieren, ihre Leidenschaft teilen und die Freude am Beruf wecken.

Beat Weibel, Präsident des CCCB, sagt, der Cercle soll eine Ausbildung bieten, wo Qualität und nicht Quantität im Vordergrund stehe. «Seit 100 Jahren reden wir in unserer Vereinigung von Nachwuchsförderung und Entwicklung junger Menschen.» Und dies sei wichtig, gerade wo auch in der Küche Fachkräfte zu Mangelware geworden seien. Die Hälfte der Lernenden seien Frauen, für Weibel eine schöne Entwicklung im Hinblick darauf, wie der Kochberuf vor 100 Jahren geprägt war.

Auch der Stadtberner Küchenchef Pascal Melliger, der kürzlich mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde, ist Teil des Cercle. «Das Schönste an unserem Beruf ist, das man Leute glücklich machen kann.» Melliger sagt: «Man steht nicht mehr nur in der Küche und schreit herum, man geht mit Respekt miteinander um.» Für ihn ist dies eine der grössten Veränderungen in den letzten 100 Jahren. Man wolle den Jungen etwas beibringen und sie nicht nur als günstige Arbeitskräfte betrachten. Aber auch Melliger profitiert vom Wissen und von der Erfahrung im Cercle: «Der Austausch ist extrem wichtig. Hier kommen alle, von Jung bis Alt, zusammen. Es ist schön, dass man hierhin kommen und nach Rat fragen kann – und man wird nicht abschätzend angeschaut.»

veröffentlicht: 8. November 2022 12:36
aktualisiert: 8. November 2022 14:09
Quelle: BärnToday

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