Mitholz-Räumung

Kanton begrüsst Pläne des Bundes und fordert Transparenz

Philippe Flück, 18. August 2022, 16:04 Uhr
Die Berner Regierung ist mit den Plänen des Bundes zur Mitholz-Räumung grundsätzlich einverstanden. Einige Arbeitsschritte würden aber noch fehlen.
Die Anliegen der Bevölkerung sind für den Regierungsrat zentral.
© KEYSTONE/Peter Schneider

Die Berner Regierung stellt sich hinter die Pläne des Bundes zur Räumung des ehemaligen Munitionslagers Mitholz im Berner Kandertal, wie sie in ihrer Stellungnahme zum Objektblatt Mitholz festhält.

Dies bestätigt Regierungsrätin Evi Allemann: «Der Berner Regierungsrat ist grundsätzlich zufrieden mit den planungsrechtlichen Grundlagen für die Räumung des ehemaligen Munitionslagers.» Klar ist aber auch: «Es ist eine sehr spezielle, ausserordentliche Situation.»

Ängste der Bevölkerung

Besonders wichtig bei der Umsetzung des Projekts sind dem Regierungsrat die Anliegen der lokalen Bevölkerung: «Diese einzigartige Situation löst viele Ängste aus, deshalb haben wir die Forderung gestellt, dass bis zum Schluss des Projekts grösstmögliche Klarheit geschaffen wird.»

Um diese Klarheit zu erreichen, fehle aus Sicht des Berner Regierungsrates aktuell noch ein letzter Arbeitsschritt zum Abschluss des Projekts: «Es sollte festgehalten werden, dass die Absicht ist, das Gebiet nach Abschluss des Projekts wieder zu besiedeln.»

Bauten nicht für die Ewigkeit

Die Wiederbesiedelung sei zwar vorgesehen, dennoch wünsche sich der Regierungsrat, dass man dies auch explizit schreibe. «Ausserdem sollen bestimmte Bauten wieder zurückgebaut werden, die nicht für die Ewigkeit nötig sind», so Allemann weiter.

Ein solcher Bau ist die Schutzgalerie für die Bahnlinie Spiez-Lötschberg-Brig: «Die Schutzgalerie ist während der Projektphase unabdingbar, aber es ist im Interesse des Tals, der lokalen Bevölkerung und der Gemeinde, dass man die ursprüngliche Landschaft wiederherstellt.» Das sei ein lokales Anliegen, für das die Regierung grosses Verständnis habe.

Räumung ab 2030

Das riesige unterirdische Munitionslager Mitholz wurde 1947 bei einer Explosion verschüttet. In den eingestürzten Anlageteilen sollen noch tausende Tonnen Munition liegen. 2018 kamen Experten zum Schluss, dass vom Lager eine grössere Gefahr ausgeht, als bis dahin angenommen.

Etwa ab dem Jahr 2030 will das VBS das Lager räumen. Schon ab zirka 2025 müssen erste Mitholzerinnen und Mitholzer ihre Häuser verlassen, weil ab diesem Zeitpunkt die Bauarbeiten für Schutzbauten für Strasse und Bahn durchs Tal beginnen sollen.

Während der Räumung des Lagers müssen rund 50 Bewohnerinnen und Bewohner von Mitholz ihre Häuser verlassen. In der äussersten Gefahrenzone können rund 90 weitere Personen bleiben, wenn sie wollen, wie seit März dieses Jahres klar ist.

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 18. August 2022 16:04
aktualisiert: 18. August 2022 16:04
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