Keine Kernenergie

BKW befasst sich nicht mit dem Bau neuer Atomkraftwerke

· Online seit 14.03.2023, 11:51 Uhr
Der Bau neuer Atomkraftwerke ist hierzulande verboten. Der Berner Energiekonzern BKW befasst sich deshalb nicht mit dem Thema – obwohl zuletzt wieder befürwortende Stimmen zu hören waren.
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Das Management der BKW denkt nicht über neue Atomkraftwerke nach. Solange es in der Schweiz ein Technologieverbot gibt, befasse sich das Unternehmen nicht mit dem möglichen Bau eines neuen Kernkraftwerks, sagte BKW-Chef Robert Itschner am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz.

In der Schweiz sind noch vier AKW in Betrieb, die so lange laufen dürfen, wie sie sicher sind. Der grösste und neuste Meiler Leibstadt soll nach dem Willen der Energiekonzerne – Axpo, Alpiq und BKW sind beteiligt – bis mindestens 2045 Strom ins Netz einspeisen.

Der Bau neuer Atommeiler ist hierzulande jedoch verboten. Darüber stimmte die Schweizer Bevölkerung 2017 ab: Damals wurde ein entsprechendes Energiegesetz mit 58 Prozent der Stimmen angenommen.

Angesichts der europäischen Energiekrise und einer zeitweise drohenden Stromknappheit wurden zuletzt aber wieder befürwortende Stimmen lauter. Der neue Energieminister Albert Rösti etwa hatte sich jüngst mit Blick auf die Kernkraft für «Technologieoffenheit» ausgesprochen und Hilfen für bestehende Kraftwerke in Aussicht gestellt, sollten diese nötige Aufrüstungsinvestitionen nicht selbst stemmen können.

Abbau von Mühleberg

Die meisten Experten sind sich aber einig, dass sich neue AKWs gesellschaftlich nicht mehr durchsetzen lassen. Hierzulande wird Strom zwar hauptsächlich mit Wasserkraft erzeugt, aber immer noch zu fast einem Drittel mit Atomkraft. Besonders im Winter ist der Anteil hoch.

Der Rückbau des Atomkraftwerks Mühleberg laufe derweil gut, sagte CEO Itschner am Dienstag weiter. Man sei sowohl zeitlich als auch bei den Kosten genau im Plan.

Mühleberg war Ende 2019 nach 47 Betriebsjahren für immer abgeschaltet worden. Es war vor allem ein betriebswirtschaftlicher Entscheid: Der Meiler warf zu wenig Profit ab, als dass sich die damals – nach der Atom-Katastrophe Fukushima – geforderten Aufrüstungen gelohnt hätten.

(sda/sst)

veröffentlicht: 14. März 2023 11:51
aktualisiert: 14. März 2023 11:51
Quelle: BärnToday

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