Trockene Gewässer

Kanton siedelt Tausende Fische um

5. August 2022, 07:49 Uhr
Weil einige Gewässer zu warm sind oder austrocknen, leiden die Fische. Der Fischereiverband des Kantons Bern hat in den letzten Wochen über 13'000 Fische umgesiedelt.

Quelle: TeleBärn

Christian Rolli, Fischereiaufseher des Berner Fischereiinspektorats, ist täglich im Einsatz, um Fische in zu warmen Gewässern zu retten. So auch im Bösbach in Steffisburg. Dieser ist über Nacht fast ausgetrocknet. «Wir sind eigentlich zu spät gekommen, einige Fische waren zu diesem Zeitpunkt schon tot», erklärt Rolli. Gemeinsam mit Markus Steffen versucht er nun möglichst viele Fische einzufangen, um sie in einem grösseren Gewässer auszusetzen, wie etwa die Aare.

Kampf gegen Windmühlen

Obwohl ihnen bewusst ist, im Kampf gegen den Klimawandel nur einen Tropfen auf dem heissen Stein zu sein, versuchen sie, so viele Fische wie möglich zu retten. «Wir müssen manchmal fast emotionslos sein, wenn wir wissen: Hier geht ein Ökosystem zu Grunde.» Ihre Arbeit sei ein Kampf gegen Windmühlen.

«Es ist desaströs», kommentiert auch Markus Schneider, Präsident des Bernisch Kantonalen Fischereiverbandes, die Lage in vielen Berner Gewässern. Die Temperatur sei extrem hoch, einige Gewässer gar ausgetrocknet. Grund dafür sei nicht allein die aktuelle Hitzewelle: «Wir hatten auch einen schlechten Winter ohne Schnee.» Er selbst habe so hohe Temperaturen noch nie erlebt: «Es ist etwas vom Schlimmsten, das wir bisher hatten.»

Hoffnung auf Regen

Was helfen könnte ist klar: «Eine Woche Regen würde uns retten», erklärt Rolli. Einzelne Gewitter, wie sie teilweise in den letzten Nächten vorausgesagt wurden, würden wenig nützen. Deshalb dauere das Notfischen im Moment sicher noch weiter an. Besserung ist leider nicht so bald in Sicht: In den nächsten zwei Wochen sei nicht genug Regen vorausgesagt. Eine Entspannung der Situation steht also nicht an.

(pfl)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 5. August 2022 05:58
aktualisiert: 5. August 2022 07:49
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