Kandidatinnenkarussell

Könnte eine dieser Berner SP-Frauen Sommaruga-Nachfolge antreten?

3. November 2022, 09:32 Uhr
Die SP-Spitze will ein weibliches Zweier-Ticket ins Rennen für die Nachfolge von Bundesrätin Simonetta Sommaruga schicken. Als Favoriten werden zum Beispiel Eva Herzog, Barbara Gysi und Jacqueline Fehr gehandelt. Doch auch manch eine Bernerin steht zur Debatte, den Bundesratssitz für den Kanton Bern zu halten. Die Übersicht.
Nadine Masshardt, Tamara Funicello, Flavia Wasserfallen – folgt eine Bernerin in die Fussstapfen von Simonetta Sommaruga?
© KEYSTONE/Collage: BärnToday
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Flavia Wasserfallen

Die Berner SP schickt die Nationalrätin bereits für die Ständeratswahlen ins Rennen – warum also nicht auch gleich für den Bundesratssitz?

Flavia Wasserfallen hat von den Bernerinnen wohl die grössten Chancen für den Bundesrat.

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Der 43-Jährigen werden schliesslich Chancen zugerechnet, auch ausserhalb des eigenen Lagers Stimmen zu sammeln. Sollte sie sich entscheiden, die Ständeratskandidatur zugunsten einer Bundesratskandidatur aufzugeben, dürfte die dreifache Mutter die Kantonalpartei im Hinblick auf die Ständeratswahlen aber in die Bredouille bringen.

Tamara Funiciello

Die 32-jährige Nationalrätin und Ex-Juso-Präsidentin vertritt den linken Flügel der Partei. Zuvor politisierte sie im Berner Stadtrat und im Grossen Rat des Kantons Bern.

Tamara Funicello eckt mit ihren politischen Aussagen gerne an.

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Funicello polarisiert enorm und dürfte daher für das bürgerliche Lager nicht wählbar sein. Auch aus dem moderaten Flügel der Partei darf sie kaum auf Unterstützung zählen.

Evi Allemann 

Die heutige Berner Regierungsrätin sorgte bereits 2003 auf nationalem Politparkett für Aufsehen, als sie mit 25 Jahren als damals jüngste Nationalrätin ins Parlament gewählt wurde.

Will Evi Allemann zurück in die Bundespolitik?

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Seit ihrem Wechsel 2018 in die Berner Kantonsregierung sammelt die zweifache Mutter fleissig Exekutiverfahrung. Zudem ist die 44-Jährige als frühere Präsidentin des VCS Schweiz und des Mieterverbandes Kanton Bern bestens vernetzt.

Ursula Wyss

Unter anderem als Präsidentin der SP-Bundeshausfraktion erarbeitete sich Ursula Wyss in den 00er-Jahren den Ruf als bestens vernetzte und einflussreiche Strippenzieherin im Bundeshaus. So war sie 2007 bei der Abwahl von SVP-Bundesrat Christoph Blocher massgeblich beteiligt, was ihr die SVP-Fraktion bis heute nicht verzeihen dürfte.

Wagt Ursula Wyss im Bundesrat ein Polit-Comeback?

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Von 2013 bis 2020 sammelte sie in der Stadt Bern Regierungserfahrung, verpasste aber die angestrebte Wahl zur Stadtpräsidentin. Bereits 2011 unterlag die zweifache Mutter haarscharf dem SVPler Adrian Amstutz bei der Stichwahl in den Ständerat als Nachfolgerin für Simonetta Sommaruga, die in den Bundesrat wechselte. Fraglich, ob sich die 49-Jährige nach ihrem Ende 2020 erfolgten Rücktritt aus der Politik zu einem Comeback hinreissen lässt.

Nadine Masshardt

Die 38-Jährige, die 2013 für Ursula Wyss in den Nationalrat nachrutschte, ist in der Partei bestens vernetzt: 2019 leitete die dreifache Mutter den Wahlkampf der SP Schweiz.

Nationalrätin Nadine Masshardt hat wie Sommaruga einen Hintergrund als Konsumentenschützerin.

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Seit diesem Jahr ist sie ausserdem Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz. Wer hatte dieses Amt bereits einmal inne, bevor sie in den Bundesrat gewählt wurde? Richtig, Simonetta Sommaruga.

Barbara Egger-Jenzer

Von 2002 bis 2018 sammelte die heute 66-Jährige und zweifache Mutter als Regierungsrätin ausgiebig Exekutiverfahrung und Ansehen, auch über die Parteigrenzen hinaus.

Barbara Egger-Jenzer hat viel Exekutiverfahrung.

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Kurze Zeit nach ihrem Rücktritt liess sich die ehemalige bernische Energie- und Verkehrsdirektorin in die Verwaltungsräte der Kraftwerke Oberhasli und von Stadler Rail, die von Ex-SVP-Nationalrat Peter Spuhler geführt wird, wählen.

(tka/ris)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 3. November 2022 05:31
aktualisiert: 3. November 2022 09:32