Buskers Bern

Künstlerinnen und Künstler freuen sich auf «globales Feeling»

11. August 2022, 20:38 Uhr
Heute beginnt das Buskers Bern. Traditionell findet vor dem Beginn des Strassenkunst-Festivals ein Mittagessen, das «Quick Lunch», mit den Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt statt. Wir waren dabei.

Quelle: BärnToday / Warner Nattiel

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Bei idealen Bedingungen hat am Donnerstagabend die 17. Ausgabe des Strassenkunst-Festivals Buskers Bern begonnen. Die letzten Veranstaltungen finden in der Nacht auf Sonntag im Kornhauskeller statt. In den beiden letzten Jahren war es wegen der Corona-Pandemie ausgefallen. Insgesamt rechnen die Organisatoren mit rund 60'000 Besucherinnen und Besuchern.

Das Prinzip ist aus den Vorjahren bekannt: Gespielt wird nicht für eine feste Gage, sondern für ein Hutgeld. Dieses wird, ganz traditionell, mehrheitlich noch von Hand bezahlt. Ein breites Angebot an Essen und Trinken umrahmt das Festival in der Berner Altstadt.

Berner Altstadt voll mit Festivalgästen

Von Beginn an zog der Anlass viel Publikum an. Bereits am frühen Abend bewahrheitete sich, was die Festivalleitung jeweils sagt: «Früh kommen». Erst später am Abend füllen sich die Berner Altstadtgassen und es kommt zum «Gstungg». Viele fröhliche Gesichter waren zu sehen.

Das Festival findet in diesem Jahr in einem erweiterten Perimeter statt – bis hinab zur Nydeggkirche bei der Brücke über die Aare treten die Künstlerinnen und Künstler auf. Das Publikum nahm rasch auch diesen Bereich in Beschlag.

Der Neuseeländische Komödiant Fraser Hooper wässert vor der Nydeggkirche den Teich, in dem er später fischen wird.
© RAINER SCHNEUWLY

Neu rieten die Veranstalter den auftretenden Artistinnen und Artisten, bei ihren Auftritten einen sogenannten QR-Code zu präsentieren. Auf diese Weise soll das Publikum mit Hilfe des Mobiltelefons den Code scannen und dann bargeldlos Geld überweisen können.

Die Organisatoren hatten auf ihrer Internetseite das Publikum dazu aufgerufen, auch Bargeld ans Festival mitzunehmen – das haben viele der Festivalbesucher auch getan. Transport, Kost und Logis der Künstlerinnen und Künstler übernimmt der Trägerverein. Die Gage der Auftretenden hingegen bezahlt das Publikum – in Form von Hutgeld oder eben von elektronisch überwiesenen Franken.

Mehr Künstler – 300 Shows

149 Künstlerinnen und Künstler aus 23 Nationen treten dieses Jahr am Festival auf – rund 40 mehr als 2019. Damals lockte es 75'000 Personen in Berns untere Altstadt. An drei Abenden ist «Buskers», also bis in die Nacht auf Sonntag.

Über 300 Auftritte gibt es. 50 Prozent der Darbietungen sind musikalischer Art, die anderen 50 Prozent betonen das Visuelle – sind also beispielsweise artistischer Art. Deshalb versteht sich das «Buskers» neu nicht mehr als Strassenmusik-, sondern als Strassenkunstfestival.

Nur noch Holz-WC-Häuschen

Eine weitere Neuerung der 17. Ausgabe des «Buskers» ist, dass die Organisatoren vollständig auf Kompost-Toiletten aus Holz setzen, sogenannte Kompotois. Die Vermieter dieser Häuschen verwandeln die dort deponierten menschlichen Ausscheidungen zu Dünger und Humus

«Trotz beträchtlichem finanziellem Mehraufwand wertet dies das Festivalgelände ästhetisch und ökologisch auf», schrieb dazu der Trägerverein. Wie Festivalleiterin Christine Wyss auf Anfrage sagte, bestanden die WCs der letzten Ausgabe im Jahr 2019 je zur Hälfte aus Kunststoff- und Holzhäuschen.


(sda/pfl)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 11. August 2022 17:00
aktualisiert: 11. August 2022 20:38