Affenpocken

Medikament und Impfung existieren – aber nicht in der Schweiz

13. August 2022, 07:01 Uhr
Gegen Affenpocken gibt es Medikamente und Impfungen, allerdings nicht in der Schweiz. Pink Cross verlangt nun vom Bundesrat ein höheres Tempo bei der Beschaffung.

Quelle: TeleBärn

Aktuell verbreiten sich die Affenpocken vor allem unter homo- und bisexuellen Männern. Obwohl es bereits Tests, Medikamente und Impfungen gäbe, sind diese in der Schweiz noch nicht zugelassen. Sehr zum Ärger von Pink Cross.

«Es herrscht grosses Unverständnis darüber, warum wir in einem der Länder mit dem besten Gesundheitssystem schon fast auf dem Abstellgleis sind», sagt Roman Heggli, Geschäftsführer von Pink Cross, gegenüber BärnToday. Dazu kommt, dass sich der Staat scheinbar nicht wirklich um das Thema kümmere.

Petition an den Bundesrat

Deshalb ergreift Pink Cross nun selbst die Initiative: Mit einer Petition will die Organisation erreichen, dass der Bundesrat die «besondere Lage» in der Schweiz ausrufe. Ausserdem sollen Medikamente und Impfungen gegen Affenpocken beschafft werden.

Die Krankheit betreffe nicht nur homo- und bisexuelle Männer, wie Kantonsärztin Barbara Grützmacher erklärt. «Die Krankheit hat nichts mit dem Geschlecht zu tun. Es geht viel mehr darum, dass man einem höheren Risiko ausgesetzt ist, wenn man viel Hautkontakt hat mit verschiedenen Personen.»

340 bestätigte Fälle

Bei Swissmedic ist bisher kein Gesuch um eine Zulassung für eine Affenpocken-Impfung eingegangen. Beim BAG sind bisher 340 bestätigte Affenpocken-Fälle registriert. Auf eine Anfrage von TeleBärn schreibt das BAG, dass beabsichtigt werde, so rasch wie möglich einen Impfstoff gegen Affenpocken zur Verfügung zu stellen. Den definitiven Beschaffungsentscheid müsse allerdings der Bundesrat fällen.

Auf die Frage, ob die Verzögerung bei der Lösung des Problems daran liege, dass vor allem homo- und bisexuelle Männer betroffen seien, antwortet Grützmacher: «Das könnte durchaus sein. Ausserdem ist die Übertragung schwieriger als etwa bei COVID.»

Genau solche Einschränkungen, wie während der Corona-Pandemie erlebt, sind für Heggli ein Grund, warum der Bundesrat schneller vorwärtsmachen müsste: «Das Risiko, sich mit einer solchen Krankheit anzustecken, schränkt uns ein.» Eine Impfung würde helfen, wieder etwas freier zu leben.

(pfl)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 13. August 2022 06:59
aktualisiert: 13. August 2022 07:01
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